Verfasst von: sarahreinke | 27. Januar 2012

1.300 Gefangene in Kirgistan nähen sich Mund zu

Häftling in Kirgistan

Die Zahl der Häftlinge in Kirgistan, die sich aus Protest gegen die angekündigte Zwangsernährung den Mund zugenäht haben, ist auf 1.300 angestiegen. 6.000 Personen befinden sich im Hungerstreik, von ihnen mussten schon 600 medizinisch versorgt werden. Ein Ende der Tragödie dieser Häftlinge, die gegen die schlechten Haftbedingungen und die Bevorzugung von „Verbrecherbossen“ in den Gefängnissen protestieren, ist nicht in Sicht.

Alles war anders als die offizielle Darstellung es glauben machen wollte:

Mitarbeiter der Sicherheitskräfte in Dagestan erschossen am 20.1. den Anwalt Umar Sagidmagomedow und seinen Verwandten Rasul Kurbanow. Nach offiziellen Angaben hätten Sicherheitskräfte versucht, den Wagen, in dem sich der Anwalt und sein Verwandter befanden, wegen einer Überprüfung zu stoppen. Kurbanow habe zu schießen begonnen. Die Sicherheitskräfte hätten zurückgeschossen und dabei Sagidmagomedow und Kurbanow getötet. Im Wagen habe man eine Kalaschnikow und Munition gefunden.

Die Kollegen und Verwandten des Anwalts widersprechen dieser Version der Ereignisse. Lies mehr …

Verfasst von: maxinehollur | 24. Januar 2012

Syrien: Die Christen und der „arabische Frühling“

Text: Lennard Schlöffel, 24.1.2012

Die syrischen Christen sind in Hinblick auf die Demonstrationen in ihrem Land in zwei Lager gespalten.
Unter der Herrschaft Assads haben religiöse Minderheiten viele Freiheiten, weswegen viele Christen dem Regime positiv gegenüber stehen. Grund für die religiösen Freiheiten ist, dass Assad selber einer Minderheit angehört, er ist Alevit. „Bei Innerstaatlichen Auseinandersetzungen gehören die Minderheiten immer zu den ersten Opfern“, so Kamal Sido Nahostreferent der GfbV. Die Thematisierung der Situation der Minderheiten ist bei der Betrachtung der Lage sehr wichtig.
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Verfasst von: sarahreinke | 24. Januar 2012

Kirgisien: Gefangene nähen sich Mund zu

Seit dem 16. Januar toben Aufstände in mehreren Gefängnissen in Kirgisien. Am 17.1. verstarb dabei unter ungeklärten Umständen der 25-jährige Nurbek Alimbaev. Der Ombudsmann für Menschenrechte in Kirgisien sagte vor dem kirgisischen Parlament aus, dass er bei der Obduktion der Leiche zugegen gewesen sei und davon überzeugt sei, dass Alimbaev Gewalt angetan wurde. Das dementieren die Leiter der Gefängnisse. Dort hatten Tausende Gefangene in 13 Haftanstalten angekündigt sich an Hungerstreiks beteiligen zu wollen. Sie protestieren gegen unmenschliche Haftbedingungen. Nun hatten die Behörden angekündigt, sie zwangsernähren zu lassen. Als Reaktion haben sich 385 Gefangene über Nacht den Mund zugenäht. Der Leiter der Stafvollzugsbehörden Schejschenbek Bajzakow sagte angeblich, sollen sich alle doch den Mund zunähen! Er weigert sich auf die Forderungen der Häftlinge einzugehen.

Verfasst von: sarahreinke | 23. Januar 2012

Verleumdungsverfahren gegen Oleg Orlow eingestellt

Am 20.1. hat das Gericht im Moskauer Bezirk Khamovniki das Verfahren gegen den Leiter der Menschenrechtsorganisation Memorial, Oleg Orlow eingestellt. Orlow war wegen Verleumdung angeklagt worden, weil er den tschetschenischen Präsidenten Ramzan Kadyrow politisch für den Mord an seiner Kollegin Natalja Estemirowa im Sommer 2010 verantwortlich gemacht hatte. Das ist endlich mal ein positives Signal aus einem russischen Gerichtssaal! Orlow und seine Mitstreiter hatten in dem Verfahren etliche Dokumente vorgelegt, in denen Kadyrow die Arbeit der Menschenrechtler in Tschetschenien verunglimpft und sie persönlich bedroht. Heute ist offenes Eintreten für die Wahrung der Menschenrechte in Tschetschenien wie in weiten Teilen des gesamten Nordkaukasus lebensgefährlich. Gerade vor diesem Hintergrund ist das Urteil des moskauer Gerichts als so positiv zu bewerten!

Verfasst von: maxinehollur | 20. Januar 2012

Urteil im Mordfall Hrant Dink

Text: Lennard Schlöffel, 20.1.2012

Die türkische Justiz hat diese Woche ein weiteres Urteil im Mordprozess um Hrant Dink gefällt.
Hrant Dink, ein Armenier, war Herausgeber der zweisprachigen (türkisch und armenisch) Wochenzeitung „Agos“. In türkisch-nationalistischen Kreisen war er verhasst, unter anderem weil er sich für die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzte.
Im Jahr 2007 wurde er auf offener Straße vor dem Redaktionsgebäude seiner Zeitung in Istanbul erschossen.

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Wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) jetzt erfahren hat, kündigte der Präsident des türkischen Amtes für Religionsangelegenheit (Diyanet), Mehmet Gormez an, dass seine Behörde die Freitagsgebete, die in den historischen Istanbuler Moscheen gehalten werden, für ausländische Touristen ins Englische übersetzt werden: „Es ist wichtig, dass die Touristen wissen, was in den Moscheen auf Türkisch gesagt wird“. Diyanet kontrolliert den islamischen Glauben und verwaltet alle ihm unterliegenden Moscheen, auch die in Deutschland.

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Verfasst von: maxinehollur | 16. Januar 2012

Kurdistan: Ein Reisebericht

Im Oktober 2011 reisten die Pastorin Daniela Nischik und die freie Journalistin Marie Erlwein durch die Autonome Region Kurdistan im Norden des Irak.

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Verfasst von: maxinehollur | 13. Januar 2012

Netanyahu zu anti-äthiopischen Vorfällen: Kein Platz für Rassismus

Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu wies am Mittwoch seinen Berater für die Angelegenheiten äthiopischer Einwanderer, Ali Adamsu, an, entschlossen gegen rassistische Anfeindungen gegen äthiopische Einwanderer vorzugehen.

Adamsu hatte sich am Dienstag in Kiryat Malakhi mit den Organisatoren eines antirassistischen Protests getroffen. Bei dem Treffen mit Netanyahu berichtete er ihm von der Umsetzung des Fünf-Jahres-Plans für die Integration von Einwanderern, den das Kabinett 2010 verabschiedet hatte.

Netanyahu sagte, dass Israel die äthiopischen Einwanderer bewundere und besser einbinden wolle: „Trotz zahlreicher Hindernisse und Schwierigkeiten kamen sie zu uns und versuchen sich nun, in die israelische Gesellschaft zu integrieren, was wir mit allen Mitteln unterstützen. Rassistische Anfeindungen sind abscheulich, es gibt keinen Platz für sie in der israelischen Gesellschaft. Die Einwanderung von Juden aus Äthiopien und aus aller Welt ist untrennbar mit dem Charakter des Staates Israel verbunden.

Machen Sie mit bei einer Aktion der GfbV: Unterstützen Sie das Friedensprojekt von Daoud Nassarmit Ihrer Stimme!

Verfasst von: asienafrikareferat | 12. Januar 2012

Für verfassungskonforme Präsidentschaftswahlen im Senegal

Senegal steht kurz vor den Präsidentschaftswahlen. Am 26. Februar sind ca. 5 Millionen wahlberechtigte Bürger in der westafrikanischen Republik aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Als Kandidat hat sich unter anderen auch der international bekannte Sänger Youssou Ndour aufstellen lassen. Wie viele andere fürchtet er allerdings um die Verfassungsmäßigkeit der bevorstehenden Wahlen, denn der derzeitige Präsident, Abdoulaye Wade, hat seine dritte Kandidatur angekündigt.

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