Verfasst von: brigittascholz | 9. November 2009

Aktionswochen gegen Antisemitismus

Der 9. November ist nicht nur der Jahrestag an dem die Berliner Mauer fiel. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in ganz Deutschland jüdische Einrichtungen und Synagogen niedergebrannt. 7.500 jüdische Geschäfte und tausende Wohnungen wurden verwüstet. Seit dem Jahr 2001 haben in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern, wie die GfbV in der Zeitschrift „bedrohte Völker – Pogrom“ darstellt, antisemitische Grundhaltungen und antisemitisch motivierte Gewalttaten stark zugenommen.

Die Aktionswochen gegen Antisemitismus, organisiert von der Amadeu-Antonio-Stiftung, finden bundesweit in 75 Orten mit 231 Veranstaltungen statt. Beteiligte Initiativen setzen sich in Gedenkveranstaltungen, Theater- und Filmaufführungen, Zeitzeugengesprächen und Lesungen mit dem historischem und aktuellem Antisemitismus auseinander. Lies mehr…

Verfasst von: gfbvberlin | 8. November 2009

Update: Khatschukajew frei

Der tschetschenische Menschenrechtsverteidiger Arbi Khatschukajew, der am 5.11. in Moskau festgenommen und nach Tschetschenien ausgeflogen worden war, ist auf freiem Fuß. Die Polizei in Tschetschenien hat ihn verhört, angeblich wegen seines Bruders, der ein Kämpfer gewesen sein soll. Der 32-jährige Khatschukajew wurde nach dem Verhör freigelassen.

Verfasst von: Frank-R. Domes | 8. November 2009

Die vergessenen Flüchtlingslager Bosnien-Herzegowinas

Von Belma Zulcic und Frank-R. Domes
Vierzehn Jahre nach dem Krieg in Bosnien-Herzegowina gibt es immer noch 125.000 Binnenflüchtlinge, die an ihre Heimatorte nicht zurückkehren können oder wollen. Nur 715 Binnenflüchtlingen wurde im Jahr 2008 nach Angaben des UNHCR eine Heimkehr ermöglicht. Die schlechte Wirtschaftslage im Land und daraus resultierende hohe Arbeitslosigkeit, von der Binnenflüchtlinge besonders betroffen sind, erschweren die Integration in die Gesellschaft. Besonders benachteiligt sind die Bewohner von Kollektivunterkünften. Nach offiziellen Angaben beträgt ihre Zahl mindestens 7.000 ; in Wirklichkeit liegt sie nach Angaben der Vereine der Flüchtlinge und Vertriebenen und des GfbV- Büros in Sarajevo erheblich höher. Lies mehr…

Verfasst von: Magdalena Markones | 6. November 2009

Staaliche und paramilitärische Repressionen gegen die Mapuche

Die seit 1990 wieder stark ansteigenden Konflikte im Süden Chiles zwischen Landbesitzern, Holzfirmen und ansässigen Ureinwohner spitzt sich zu.

Die Mapuche, normalerweise ein friedliches Volk, waren erfolgreiche Selbstverteidiger ihrer Freiheit und ihres Landes gegen die Inka und später die spanischen Kolonialherren. In den vergangenen Jahrhunderten haben sie jedoch fast 90 Prozent ihres Landes verloren. Vor allem unter der Diktatur Pinochets litten sie unter der Privatisierung indigener Territorien durch den Staat und deren Vergabe an transnationale Forstunternehmen, die die natürlichen Waldbestände rodeten und mit schnell nachwachsenden Bäumen aufforsten, die den Boden unfruchtbar machten und das gesamte Ökologische Gleichgewicht zerstörten. Den Mapuche bleiben nicht viele Mittel, um ihr Land zurückzugewinnen. Sie besetzen friedlich die Landgebiete, die unter Pinochet an Großunternehmer verteilt worden waren. Doch Angehörige des staatlichen Polizeiapparats und private paramilitärische „Sicherheitsfirmen“ von reichen Holzunternehmern (z.B. des Hernán Trizano) diskriminieren und unterdrücken die Mapuche mit gewaltsamen Hausfriedensbrüchen und Festnahmen, die sich auf ein Anti-Terror-Gesetz aus der Zeit Pinochets berufen. Sie dringen immer wieder in Mapuche Gebiete ein und benutzen dort Schrotflinten und giftige Gasbomben, die auch gegen Frauen, Alte und Kinder eingesetzt werden. Lies mehr…

Verfasst von: gfbvberlin | 5. November 2009

Wieder tschetschenischer Menschenrechtler in akuter Gefahr

Wie vor wenigen Stunden erst bekannt wurde, wurde der tschetschenische Menschenrechtler Arbi Khatschukajew in Moskau festgenommen. Er wurde zum Flughafen „Vnukovo“ gebracht, von wo aus er nach Tschetschenien geflogen werden soll, um dort, so die ersten Informationen, den Sicherheitsbehörden übergeben zu werden. Khatschukajew hatte sich jahrelang für die Organisation „Pravo“ (zu deutsch „Recht“) in Tschetschenien engagiert. Kollegen im In- und Ausland fürchten um die Sicherheit des 1976 geborenen Mannes und versuchen zur Stunde noch, weitere Informationen über seinen Verbleib und die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zu bekommen.

Verfasst von: brigittascholz | 5. November 2009

Kahlschlag auf Sumatra

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Indigene Batakfrau bei einer Beerdigung, Sumatra (World Picture Service, flickr)

Auf der indonesischen Insel Sumatra sollen riesige Urwälder durch Brandrodung dem Erdboden gleichgemacht werden. Seit Monaten werden von dem Holzkonzern APRIL gigantische Entwässerungskanäle durch den Sumpf gezogen. Dorfbewohner und Umweltaktivisten haben mit einem Damm vorerst die Trockenlegung des Sumpfes verhindert. Die Aktivisten vor Ort wollen weitere Dämme bauen, um die vollständige Abholzung des Regenwaldes zu verhindern. Lies mehr…

Verfasst von: joachimfulda | 4. November 2009

Iran-Mahnwache am Brandenburger Tor – Freitag ab 18.30 Uhr!

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Lutz Bucklitsch, Berliner Bündnis Iran


Leider nimmt die Aufmerksamkeit der Medien, wie auch der deutschen Mitbürger, in Sachen iranischer Protestbewegung ständig ab.
Das Berliner Bündnis Iran, auf dessen Einladung schon unser GfbV-Gründer Tilman Zülch eine Rede hielt, organisiert deswegen inzwischen wöchentlich jeden Freitag eine Mahnwache und bittet, durch Ihre Teilnahme der Veranstaltung mehr Gewicht zu verleihen. Wir dürfen nicht aufhören, an die Opfer dieser brutalen Unterdrückung zu erinnern. Wir dürfen diese Menschen niemals vergessen. Die Mahnwache beginnt um 18.30 Uhr. Das Motto: „EIN LICHT ZEIGT HOFFNUNG. TAUSEND LICHTER ZEIGEN GESICHT!“.

Für fünf Jahre soll der turkmenische Umweltschützer Andrej Zakota, 53, inhaftiert werden. Er wurde verurteilt, weil er auf einem Markt der nordturkmenischen Stadt Dashogus einen Mann angegriffen haben soll. Seine Unterstützer jedoch sagen, dass Zakota selbst angegriffen wurde. Sie vermuten, von jemandem, der ihn festnehmen wollte. Als dann die Polizei kam, nahm sie Zakota mit. Wahrscheinlich hängt das Urteil mit Zakotas Engagment für den Schutz der Umwelt zusammen.

Seit vielen Jahren ist der Umweltaktivist tätig, seine Organisation wurde jedoch 2003 von der Regierung verboten. Sein früherer Partner Farid Tukhbatullin floh ins Exil. Von dort aus setzt er sich für die Menschenrechte in Turkmenistan ein. Lies mehr…

Verfasst von: gfbvberlin | 2. November 2009

Bürgermeister von Sochi: Roma sollen zur Arbeit gezwungen werden

2014 wird die Winterolympiade in Sochi statt finden. Die Stadt am Schwarzen Meer muss noch viel bauen, bis sie die Sportler aus aller Welt empfangen kann. Vor kurzem traf ich im Zug einen jungen Mann, der mir erzählte, er würde immer wieder für einige Monate nach Sochi fahren und dort auf Baustellen arbeiten und recht viel Geld verdienen. Um solche Baustellen geht es jetzt in einer rassistischen Äußerung des Bürgermeisters von Sochi, Anatoli Pakhomow.

Er sagte, Roma und Obdachlose in Sochi sollten wie zu Zeiten der Sowjetunion gezwungen werden, auf den Baustellen zu arbeiten. Dann, so der Vertreter der Putin-Partei, einiges Russland, Pakhomow, würden Roma und Obdachlose gar nicht mehr nach Sochi kommen. Lies mehr…

Verfasst von: brigittascholz | 1. November 2009

Finnische Urwälder gerettet

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Sami-Familie festlich gekleidet in Norwegen (mortsun, flickr)

Seit zehn Jahren wehren sich die Sami, die letzten Ureinwohner im Norden Europas, mit Unterstützung von mehreren Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen, so zum Beispiel der GfbV und Greenpeace gegen die Zerstörung ihrer Urwälder. Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich das staatliche finnische Forstamt, die Holzindustrie sowie Organisationen der Sami und weitere Interessengruppen am 27. Oktober 2009 gemeinsam darauf geeinigt, die letzten acht großen Urwälder Nordfinnlands zum überwiegenden Teil zu schützen. Lies mehr…

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