Dieser Tage sind die beiden Ashaninkas Moisés und Benki Pianco aus dem braslianisch-peruanischen Grenzgebiet in Berlin zu Besuch. Gestern abend zeigten sie ihren in Brasilien mehrfach preisgekrönten Film “We struggle but we eat fruit”. Der Film aus dem brasilianischen Videoprojekt für indigene Völker “Video in the Villages” zeigt die Arbeit der Ashaninka um den Erhalt und die Wiederbelebung der Artenvielfalt von Flora und Fauna am Fluss Amonia und in der Region des Flusses Juruá.
Die Gefahr geht dabei vor allem von Peru aus, wo auch in indianischen Schutzgebieten rücksichtslos die Ausbeutung der Rohstoffe vorangetrieben wird. Illegal arbeitende Holzfäller treiben immer wieder in freiwilliger Isolation lebende indigene Gruppen über die Grenze nach Bralislien. Die indigenen Völker in der Grenzregion fühlen sich alleingelassen in ihrem Kampf um ihre Kultur und den Erhalt der Umwelt, die ihre Lebensgrundlage ist.
Der von den beiden Ashaninkas Bebito Piãko und Isaac Piãko gedrehten Dokumentarfilm ist ein liebevolles Portrait ihrer Gemeinschaft – mit dem sie zeigen, wie sie mit einem ökologisch nachhaltigen Konzept ihr Leben im Wald gestalten. Der Film ist absolut sehenswert, mehrfach preisgekrönt – und zeitigt erste Erfolge: 2007 wurden die Ashaninkas darauf hin mit dem
“Chico Mendes Prize for the Environment” ausgezeichnet.
Mit ihrer Besuchsreise verfolgen wir das Ziel, neben dem Kulturaustausch auch über gravierenden Problemen der Ashaninka zu berichten. Vor allem über die illegalen Abholzung des Regenwaldes. Es sind Infoabende, Vorträge, Treffen und Workshops Deutschlandweit geplant. Wer übrigens den Film sehen möchte, wende sich bitte an das Berliner GfbV-Büro oder unsere Hamburger Regionalgruppe, auf deren Initiative hin beide Ashaninkas nach Deutschland kamen. Da die Ashaninkas aber auch bloggen, möchte ich diese Stelle nutzen, auf diesen portugiesisch sprachigen Blog hinzuweisen – eine nette Informationsquelle, die vor allem darauf zielt, dass sich die Ashaninkas über das Grenzgebiet hinweg miteinander vernetzen und Hinweise geben, wo wer gerade in das Gebiet eindringt und wer gerade mit welchen Projekten gute Erfahrungen sammelt.
Beim anschließenden Essen in einem brasilianischen Restaurant in Kreuzberg wurden Moisés und Benki Pianco übrigens herzlich begrüßt. Die brasilianische Runde hat in guter Gastfreundschaft für gute Stimmung gesorgt. Ich bin bei der Gelegenheit auch gefragt worden, warum wir GfbVler eigentlich nicht mit den beiden auf den Karneval der Kulturen gehen und dort für Unterstützung sorgen. Warum eigentlich nicht. Die beiden werden hoffentlich wiederkommen – und auch ansonsten wäre dieses bunte Kreuzberger Treiben doch eigentlich eine gute Gelegenheit, über die Arbeit der GfbV zu informieren. Zwar mag es dieses Jahr nicht mehr klappen, aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Photos und weitere Berichte werden übrigens nachgereicht.




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