Am Wochenende kam die unglaubliche Nachricht, dass der Landkonflikt zwischen Indianern und Militär in der peruanischen Amazonasprovinz nahe der Stadt Bagua eskaliert – mit bisher über dreißig ermordeten Indianern. Unsere beiden Ashaninkas, die diese Tage durch Deutschland touren, sind schockiert, für sie sind diese Nachrichten ein wahr gewordener Albtraum.
Ursache für den Konflilkt: Zehntausende Indianer hatten im Norden Perus seit Wochen mit Straßenblockaden gegen die aggressive Erschließung indianischen Landes zu Gunsten der Erdöl- und Erdgasindustrie protestiert, die für sie den Untergang ihrer Lebensweise zur Folge haben wird. “Über die Köpfe der Amazonasindianer hinweg hat die Regierung Gesetze erlassen, die den Zugriff auf indianische Schutzgebiete enorm erleichtern,wenn sich dort Öl- und Erdgasvorkommen befinden”, kritisiert unsere Göttinger Kollegin Yvonne Bangert, die Referentin für indigene Völker ist. Sie betont, dass das peruanische
Amazonasgebiet bereits in etwa 180 Parzellen für die Erschließung von Ölfeldern eingeteilt worden ist, die sich zumeist mit indianischen Gebieten überschneiden. Lizenzen werden ohne Rücksicht auf indianische Landrechte vergeben. Warum auch, wenn einige wenige nur das Geld sehen und nicht den Schaden dahinter? Für uns ist klar, dass die Regierung Garcia unverzüglich den Dialog mit der indianischen Dachorganisation AIDESEP aufnimmt, damit den berechtigten Ansprüchen der indigenen Völker in den Fördergebieten Geltung verschafft werden kann. In ihrem Memorandum konnte unsere Kollegin Antje Brass nachweisen, wie schlimm es um die Rechte der Ashaninkas im Grenzgebiet zwischen Peru und Brasilien bestellt ist.

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