Während unser smarter Wirtschaftsminister Guttenberg seinen Mitarbeitern gelegentlich Schweiß auf die Stirn treibt, weil er sich hin und wieder mal positiv über Menschenrechte äußert, singt er dennoch häufig – wie viele andere auch – das hohe Lied des Freihandels. Das ist doch klar, will Deutschland seinen Titel als Exportweltmeister halten. Eigentlich auch sehr nachvollziehbar in Zeiten der Weltwirtschaftskrise, wo es um Millionen Jobs geht. Darum verhandelt die deutsche Bundesregierung auch mit anderen EU-Vertretern über ein Freihandelsabkommen mit Peru. Doch deren Polizei geht brutal gegen jene vor, die im Zuge dieses angestrebten Freihandelsabkommens von ihrem angestammten Land vertrieben werden sollen: die indigenen Völker Perus. Dutzende Ureinwohner wurden bisher bei Demonstrationen von der Polizei und Paramilitärs getötet, Hunderte verletzt.
Perus katastrophale Wirtschaftspolitik, gerade bei der Nutzung des Regenalds, führt zu Vertreibung und Verfolgung der dort lebenden Völker, deren Existenzgrundlage bedroht ist. Und warum? Weil sich die EU-Staaten, Deutschland an vorderster Front, in Peru neue Absatzmärkte und den Zugang zu Rohstoffen sichern wollen, um den ständig wachsenden Energiehunger der Industrie zu stillen. Peru möchte mit dieser Politik zu Lasten des Regenwaldes das eigene Wirtschaftswachstum ankurbeln und ausländische Investoren anlocken. All das nur, um die “Wirtschaftsentwicklung” voranzutreiben? Wie sagt dieses fast schon klassisch anzumutende Indianer-Sprichwort: “Erst wenn der letzte Baum gefällt und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann!” In diesem Sinne viel Spaß bei der Zerstörung des Regenwaldes!
Ach ja, wer dann doch was dagegen machen möchte, kann sich am folgenden online-Appell von ProRegenwald beteiligen….Umweltschutz und Menschenrechtsarbeit gehen halt doch häufig Hand in Hand.

[...] Abholzung des peruanischen Regenwaldes und der Vertreibung indigener Völker. Bekannt ist, dass Deutshlands Wirtschaftspolitik dazu beiträgt. Nun geht Ecuador einen etwas anderen Weg: den des [...]
Von: Ablasshandel mit dem Regenwald « GfbV Berlin – der Blog am 4. Juli 2009
um 12:53 pm
[...] nicht nur von unseren sehr deutschen Sorgen leiten lassen, sondern auch daran denken, dass wir als Exportweltmeister und als eine der weltweit größten Volkswirtschaften auch eine globale Verantwortung haben – [...]
Von: Unsere Stimme gegen Armut und Flucht « GfbV Berlin – der Blog am 3. August 2009
um 12:11 pm
[...] So trägt Deutschlands Wunsch nach Freihandel beispielsweise zur Urwaldzerstörung in Peru bei. Nun schrieb ich vor einiger Zeit über kolumbianische Rapper, die mit ihrer Musik versuchen, [...]
Von: Afrokolumbianische Gemeinden brauchen Ihre Unterstützung « GfbV Berlin – der Blog am 4. August 2009
um 7:15 am
[...] In diesem Blog berichteten wir immer wieder darüber, wie der Exportweltmeister Deutschland zur Regenwaldzerstörung beiträgt oder den „Kahlschlag für Palmöl“. Heute las ich, dass ein Buch von Philipp Dera im [...]
Von: „Biodiesel“ – Wachstumsmarkt mit Nachhaltigkeitsgarantie? « GfbV Berlin – der Blog am 21. Januar 2010
um 3:15 pm