Verfasst von: Frank-R. Domes | 1. Juli 2009

„Gaza – 1, 5 Millionen Menschen in Verzweiflung gefangen“

Angriff auf den Gaza-Streifen, dritter Tag (Al Jazeera)

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So überschrieb das Internationale Komitee vom Roten Kreuz seinen kürzlich veröffentlichten Report über die humanitäre Lage im Gazastreifen nach dem Krieg. 750.000 Bewohner des Gazastreifens erhalten Lebensmittelhilfe des UNRWA, 40 % sind arbeitslos. Hilfslieferungen werden an der Grenze beschlagnahmt, z.B.: Glühlampen, Kerzen, Streichhölzer, Bücher, Musikinstrumente, Buntstifte, Blätter, Kleider, Schuhe, Matratzen, Tee, Kaffee, Schokolade, Nüsse und Wolldecken.
Weil Stahl, Zement und Ersatzteile nicht eingeführt werden dürfen, konnten die sanitären Anlagen nach dem Krieg nur notdürftig hergerichtet werden. So fliessen jeden Tag 69 Millionen Liter ungereinigtes Abwasser direkt ins Mittelmeer und gefährden Umwelt und Gesundheit aller Mittelmeeranrainer. Die Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Geräten ist durch schlechte Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium der West Bank und israelischen Behörden beeinträchtigt, selbst elementarer Bedarf wie Schmerzmittel und Rötgenfilmentwickler fehlen. Bis zu 150 Menschen warten seit dem letzten Krieg im einzigen Rehabilitationszentrum des Gazastreifens auf künstliche Gliedmassen. Über 70 % der Bewohner Gazas leben in Armut , d.h.sie haben weniger als 1$ pro Tag zur Verfügung, 40 % leiden unter extremer Armut mit unter einem halben Dollar Einkommen pro Tag. Eine gesunde Ernährung ist mit solchen Mitteln nicht möglich. 30 % des bebaubaren Landes liegen in einer von Israel definierten „No-Go-Area“ an der Grenze und können nicht genutzt werden, die Fischereizone wurde von Israel auf drei Meilen vor der Küste halbiert. Der Besuch weiterführender Schulen wird oft willkürlich untersagt, auch palästinensische Mitarbeiter des IKRK sind von den Restriktionen der Bewegungsfreiheit betroffen. Verschärft wird die Situation durch die häufige Sperrung des einzigen Grenzübergangs nach Ägypten.
Als Sofortmassnahme zur Linderung der Not im Gazastreifen verlangt das IKRK die Aufhebung der Restriktionen für Menschen und Güter, eine dauerhafte Verbesserung der Lage ist nur durch die Öffnung der Grenzen Gazas für Im- und Exporte und freien Personenverkehr möglich und verlangt eine Änderung der israelischen Politik.


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