Wir haben in letzter Zeit immer wieder berichtet, wie schlimm Deutschland mit Flüchtlingen umgeht. Wir haben den Brief eines Jungen veröffentlicht, der von Abschiebung bedroht ist. Wir waren in Bremerhaven bei der Innenministerkonferenz und haben uns intensiv mit der CDU beschäftigt. Jetzt kam folgende Nachricht über den Newsticker:
„Hessens Ministerpräsident Koch macht eines seiner Wahlversprechen endlich wahr: Um die Zahl der Schüler pro Klasse möglichst klein zu halten und so die Bildungsqualität im Land zu verbessern, müssen Kinder ohne Aufenthaltserlaubnis auch weiterhin nicht zur Schule gehen!“
Die Meldung ist zwar vom Satire-Magazin Titanic, zeigt aber in aller Deutlichkeit, worum es geht…. Ich will jetzt nicht zynisch sein, aber diese Meldung trifft doch den Nagel auf den Kopf. Ich konnte deswegen nicht der Versuchung widerstehen, diese Meldung zu bringen – danke TITANIC!
Zum deutschen Bildungskanon gehört bekanntlich der im hessischen Frankfurt tätige Anwalt und Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe. Er meinte nur: „Ironie ist das Körnchen Salz, das das Aufgetischte überhaupt erst genießbar macht.“ Für unsere Flüchtlingskinder heißt das: Goethe können sie nicht mehr lesen. Nicht mehr in hessischen Schulen. Und auch nicht, wenn Ronnie Koch sich bundesweit durchsetzen sollte. Den Flüchtlingskindern kann man ersatzweise Anatole France mit auf den Weg aus der Schule raus mitgeben: „Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung.“ Prost Mahlzeit!