

Japan empfing dieser Tage die Uiguren-Führerin Rebyia Kadeer und versuchte gleichzeitig, diesen Besuch zu verharmlosen, um die wichtigen Handelsbeziehungen mit China nicht allzu sehr zu strapazieren – natürlich sind in Xinjang immer noch schwere Spannungen und Probleme, Rebiya Kadeer spricht sogar von über zehntausend Verschwundenen. Das gleiche gilt leider auch für Tibet – die Menschenrechtslage dort hat sich nach der Olympiade in Peking weiter verschlechtert. Darauf wies der Dalai Lama hin, der sich gerade zu einem sechstägigen Besuch hier in Deutschland aufhält.
Es gibt leider immer noch Berichte über willkürliche Verhaftungen und politisch motivierte Prozesse gegen Tibeter. Opfer der Übergriffe sind vor allem Nonnen und Mönche (die teilweise sogar von der Todesstrafe bedroht sind), aber auch Schüler, Studenten oder Nomaden. Die Lage ist so prekär, dass immer mehr sich so unter Druck gesetzt fühlen, dass sie Selbstmord begingen, obwohl der tibetische Buddhismus dies verbietet.
Sechzehn von siebzehn seit dem März 2008 dokumentierten Selbstmorden wurden von Nonnen und Mönchen begangen. Nie zuvor hatten in den letzten 30 Jahren so viele Nonnen und Mönche den Freitod gewählt. Chinas Behörden verstärken systematisch ihren Zugriff auf die Tibeter. Unser Göttinger Kollege Uli Delius kritisiert, dass “Chinas Regierung jeden glaubwürdigen Dialog mit der tibetischen Exilregierung des Dalai Lama verweigert.” Dieser nach den letztjährigen Unruhen geforderte Dialog erscheint da nur als Feigenblatt. Offensichtlich setzt Chinas Führung darauf, nach dem Tod des gegenwärtigen Dalai Lamas Tibet endgültig gleichzuschalten und zu unterwerfen”, befürchtet Delius.




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