Verfasst von: brigittascholz | 29. September 2009

Massenabschiebung von Roma

Einen Tag nach der Bundestagswahl wurde am 28. September in NRW die erste größere Gruppe von Roma von einer Sammelstelle in Düsseldorf in die Republik Kosovo abgeschoben. Einige wurden direkt aus der Abschiebehaft heraus abtransportiert, andere wurden Montagfrüh von Mitarbeitern der Ausländerbehörde aus ihren Häusern und Wohnungen geholt und in die Chartermaschine gesetzt. Auf der Passagierliste standen 143 Namen. Die Abschiebung von über 100 Flüchtlingen konnte in letzter Minute abgewendet werden zum Teil wegen Erkrankungen oder aus rechtlichen Gründen. Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingsverbände warnen vor gewalttätigen Übergriffen gegen Roma in der ehemaligen serbischen Provinz.

Zum Teil leben die Flüchtlinge schon über 10 Jahre in Deutschland. Ohne Rücksicht auf die hier geborenen Kinder und auf die Lebensperspektiven, die sich die Menschen hier aufgebaut haben, sollen bis zu 24.000 Menschen, unter ihnen etwa 10.000 Roma, in den nächsten Monaten abgeschoben werden.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker betreut Vertriebene, die ihre Heimat verlassen mussten, weil sie als Minderheitenangehörige verfolgt wurden oder weil sie in Kriegs- und Genozidgebieten um ihr Leben fürchten mussten. Um die Abschiebung der Flüchtlinge zu verhindern, haben wir eine Menschenrechtskampagne gestartet, an der sich jede und jeder beteiligen kann.

Keine Abschiebungen von Roma in den Kosovo!

Vom 2. bis 4. Oktober 2009 rufen Roma-Organisationen gemeinsam mit Flüchtlingsräten, Menschenrechtsgruppen und Antirassistischen Initiativen aus dem ganzen Bundesgebiet zu Protestaktionen auf.

Freitag, Samstag und Sonntag jeweils 5 vor 12 bis 15 Uhr am Potsdamer Platz in Berlin


Antworten

  1. [...] kaum eine Rolle gespielt. Leider! Denn am Tag nach der Wahl schob Deutschland die ersten Flüchtlinge massiv ab. Auch dagegen wehren sich verschiedene Menschen- und Flüchtlingsorganisationen wie die [...]

  2. [...] kosovarische Roma, die akut von der Abschiebung betroffen sind. Wir beteiligten uns an der Demo „Fünf vor Zwölf“ und haben unsere jüngste Flüchtlingskampagne insbesondere den kosovarischen Roma gewidmet. Nun [...]


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