
In Malaysia wächst der Widerstand gegen den Großanbau der Ölpflanzen. Die Penan im Norden Borneos gehören zu den Leidtragenden. Die Wälder bieten ihnen Nahrung und Schutz. Doch immer mehr Wald verschwindet – das Tropenholz ist auch in Europa begehrt. Den Einwohnern bleiben nur verzweifelte Bambusblockaden gegen riesige Bulldozer.
Systematisch werden indigene Frauen und Kinder des Penan-Volkes von Holzfällern im ostmalaysischen Bundesstaat Sarawak auf Borneo sexuell missbraucht. Die jüngsten Opfer sind zehn Jahre alt. Bis heute wurde kein einziges Strafverfahren gegen die Täter eingeleitet. Die Penan kämpfen seit Jahrzehnten gegen die Zerstörung ihres Landes. Die Penan sind das einzige nomadische Volk unter den indigenen Völkern im malaysischen Teil Borneos. Seit den 1970er Jahren nahm die Regierung Malaysias allen indigenen Völkern in Sarawak ihr Land weg, um es für den Bau von Staudämmen, Ölpalmenplantagen und zur Holzgewinnung zu nutzen. Viele Penan leben inzwischen in Städten. Bei der Holzgewinnung durch das Fällen der Wälder werden Flüsse verunreinigt, wodurch die Zahl der Fische bereits stark gesunken ist. Immer mehr Penan leiden unter Malaria, da durch das Abholzen Brutstätten für die Malariamücke Anopheles entstanden. Die traditionelle Medizin der Penan vermag es nicht, die zahlreichen neu auftretenden Krankheiten zu heilen.
Die Penan wehren sich seit 1987 durch gezielte Blockaden der Zufahrtsstraßen für die Holzfäller. Immer wieder werden einige von ihnen bei diesen Aktionen festgenommen. Mitte September 2009 wurden sechs Penan verhaftet, als sie vor den Amtsräumen des Ministerpräsidenten des Bundesstaats Sarawak gegen den Bau von Wasserkraftstaudämmen protestierten. Für ihren Weg zur Schule sind die in abgelegenen Siedlungen im Regenwald wohnenden Penan-Kinder davon abhängig, von Holzfällern mitgenommen zu werden. Immer wieder werden Penan-Kinder, aber auch Frauen, von Holzfällern sexuell missbraucht, ohne dass bis heute ein einziges Strafverfahren gegen die Täter eingeleitet wurde.
Deswegen haben GfbV und andere Organisationen, namentlich Rettet den Regenwald, dazu online-Appelle gestartet – die GfbV unter diesem link, Rettet den Regenwald unter diesem link. Um aber den nötigen Druck auf die Entscheidungsträger aufzubauen, bedarf es vieler Unterschriften. Dazu müsste sich eine breite Öffentlichkeit dieser Problematik bewußt werden. Einen Beitrag leistet die ARD in Tageschau.de, wo ein ausführlicher und durchaus interessanter Hintergrundbericht dieser Tage gesendet wurde. Man kann nur hoffen, dass bald was geschieht, gerade bei der gegenwärtig sehr schnellen Abhlzung der Regenwälder.




[...] wieder darüber, wie der Exportweltmeister Deutschland zur Regenwaldzerstörung beiträgt oder den „Kahlschlag für Palmöl“. Heute las ich, dass ein Buch von Philipp Dera im Verlag Regiospectra herausgekommen ist, dass sich [...]
Von: „Biodiesel“ – Wachstumsmarkt mit Nachhaltigkeitsgarantie? « GfbV Berlin – der Blog am 21. Januar 2010
um 3:15 pm