Verfasst von: sarahreinke | 14. Dezember 2009

17.12.- Bundesweite Weihnachtsaktion der GfbV: Damit unsere Flüchtlingskinder bleiben dürfen!

Jedes Jahr organisiert die GfbV eine Weihnachtsaktion in bundesweit möglichst vielen Städten. Das Thema variiert, je nach Brisanz. Dieses Jahr wollen wir uns für die geduldeten Flüchtlinge stark machen. In Berlin findet die Aktion am 17. 12. ab 14 Uhr vor dem Sitz des Innensenators direkt am U2-Bahnhof Klosterstraße statt. Alle, die uns unterstützen mögen, sind herzlich willkommen!

Titelseite unserer aktuellen "pogrom"-Ausgabe

Gerade heute rief mich wieder ein Anwalt wegen einer sechsköpfigen Familie an: Sie ist schon seit sieben Jahren in Deutschland. Der Vater ist KFZ-Mechaniker und hat sich in der Kleinstadt schnell nützlich gemacht und nun auch eine Arbeit gefunden. Die vier Kinder sind gut in der Schule. Der älteste Sohn sollte nun eine Ausbildung machen. Er hat auch schon mehrere Plätze gefunden, mit Duldung will ihn aber doch niemand für länger verpflichten. Der Familie droht trotz der ausgesprochen guten Integration die Abschiebung. Das wollen wir verhindern helfen und dazu beitragen, dass sich auch die unmenschliche Gesetzeslage ändert.

Wieso eigentlich für Flüchtlinge auf die Straße gehen, nachdem die Innenministerkonferenz vor kurzem entschieden hatte, dass das Bleiberecht nun für zwei Jahre verlängert wird? Das mag sich so mancher fragen. Hier drei Antworten: Die neue Regelung betrifft nur 15.000 der 100.000 Geduldeten. Diese 15.000 bekommen zwei Jahre Aufschub aber keine sichere Perspektive. Alte, Behinderte und Kranke werden wieder ausgeklammert. Gerade Menschen aus Kriegsgebieten sind aber häufig physisch oder psychisch krank, um gesund zu werden, brauchen sie eine Sicherheit. Gerade die Schwächsten wieder abzuschieben verstößt gegen die grundlegenden Bestimmungen des Asylrechts. Es bleibt bei restriktiv gefassten Ausschlussgründen, die es den Ausländerbehörden leicht machen, die Aufenthaltserlaubnis abzulehnen. Die Stichtagsregelung löst auch weiterhin nicht das Problem der Kettenduldungen. Auf der GfbV-Seite können Interessenten sehen, wann und wo in Städten außer Berlin Aktionen statt finden und sich zu unseren Gruppen dazu gesellen!


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