Belo Monte ist ein seit 1975 geplantes Wasserkraftwerk am Amazonas-Nebenfluss Xingu unterhalb von Altamira, in Brasilien. Es handelt sich dabei um eines der größten Wasserkraftwerke der Welt mit einer Spitzenkapazität von 11.200 Megawatt, das in einem erst vor einem Jahr eingerichteten Regenwaldreservat entlang des Xingu entstehen soll. Nach öffentlichen Protesten von Umweltschützern wurde der Bau mehrfach ausgesetzt, zuletzt 1989. Der brasilianische Präsident Lula da Silva scheint jetzt aber mehr denn je entschlossen zu sein, dieses Projekt um jeden Preis umzusetzen obwohl die katastrophalen Folgen für Mensch und Natur hinreichend bekannt sind.
Für die Errichtung des Staudamms würden 440 Quadratkilometer Regenwald – geplant waren 1.250 Quadratkilometer – überflutet werden, die Fischbestände sterben und damit die indigene Bevölkerung ihre Lebensgrundlage verlieren. Über 16.000 Menschen müssten umgesiedelt werden.Dom Erwin Kräutler, der Bischof vom Xingu und Präsident des Indianermissionsrates CIMI ist der prominenteste Staudammkritiker. Er setzt sich seit fast einem halben Jahrhundert für ein menschenwürdiges Leben der indigenen Bevölkerung und für den Schutz der Umwelt ein. Für ihn ist Belo Monte ein “größenwahnsinniges Todesprojekt”. Brasilianische Großgrundbesitzer, Bodenspekulanten und Gegner der indigenen Völker drohen seit dem Jahr 2006 ihn zu töten weswegen ständiger Begleitschutz notwendig geworden ist.
Infolge des Klimawandels sind Riesenstaudämme wie Belo Monte, die zu massiver Abholzung von Regenwäldern beitragen, nicht zu verantworten. Die indigenen Völker fühlen sich nicht nur in ihrer Existenz bedroht, sondern auch von der Regierung an die Wand gedrängt. Sie wollen sich wehren. In einem offenen Brief an Präsident Lula hatten Anfang November 2009 fast 300 Vertreter indigener Völker „kriegerische Aktionen“ gegen das Wasserkraftwerk angekündigt. Die brasilianische Regierung sollte – was bisher nicht der Fall war – die betroffenen indigenen Völker endlich in den Planungsprozess einbeziehen und an den Entscheidungen beteiligen. Internationale Proteste wie die im Jahr 1989 sind von dringender Wichtigkeit, um Belo Monte am Ende doch noch zu stoppen.





[...] die GfbV bereits Ende 2009 berichtete, plant Brasilien die Wiederaufnahme des Staudammprojekts „Belo Monte“ am Xingu Fluss. Am 1. [...]
Von: Wasser marsch in Brasilien! „Todesprojekt Belo Monte“ wird gebaut. « GfbV Berlin – der Blog am 16. Februar 2010
um 4:22 pm