In Somalia haben diese Tage mal wieder schwere Kämpfe stattgefunden. Doch diese massiv zunehmenden Kämpfe zwischen Milizen und der regulären Armee sowie Übergriffe auf humanitäre Helfer erschwerten die Versorgung der Zivilbevölkerung.
Häufig genug haben wir die Erfahrung machen müssen, dass die von den USA und den Engländern angekündigte Ausweitung des Anti-Terrorkampfes den Bürgerkrieg nur weiter schüren wird. Somit wird die Arbeit von Hilfsorganisationen nicht erleichtern. Die internationale Staatengemeinschaft muss demnach dringenst mehr Mittel für die
humanitäre Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung stellen und auf einem besseren Schutz von Mitarbeitern der Hilfswerke bestehen. Ansonsten drohen Tausenden der 3,6 Millionen auf Nothilfe angewiesenen Menschen in Somalia der Tod.
Obwohl Somalia einer der drei schlimmsten humanitären Krisenherde der Welt ist, mussten wir leider feststellen, dass die internationale Gemeinschaft zu zögerlich ist mit ihrer Nothilfe. Nur knapp die Hälfte der für das Jahr 2009 für die humanitäre Versorgung benötigten Gelder sind bislang zur Verfügung gestellt worden. Für die Eindämmung der in diesem Jahr befürchteten Hungerkatastrophe sind dies denkbar ungünstige Voraussetzungen, um ein Massensterben zu
verhindern. Somalias Zivilbevölkerung darf von der internationalen Gemeinschaft nicht abgeschrieben werden. Letztlich müssen die Zivilisten ausbaden, dass sie zum Spielball der Machtkämpfe von Warlords und Nachbarstaaten geworden sei, die um Einfluss ringen.
Angesichts der katastrophalen Sicherheitslage haben seit Dezember 2009 viele Hilfsorganisationen ihre Arbeit einschränken müssen. Am 28.Dezember 2009 war in der Stadt Balad Hawo im Süden des Landes erneut ein Helfer von Unbekannten ermordet worden. Er war der zehnte Mitarbeiter von Hilfswerken, der im vergangenen Jahr in Somalia ermordet wurde.
Weitere zehn Helfer befinden sich in der Hand von Geiselnehmern. Mehrfach waren Hilfsorganisationen vor allem von der radikal-islamischen Al Shabaab-Miliz bedroht oder zum Verlassen des Landes aufgefordert worden. Doch der Abzug von Helfern reißt immer größere Lücken in die Versorgung der Zivilbevölkerung. So ist schon jedes fünfte Kind heute schon akut
unterversorgt. Auch die Säuglingssterblichkeit nimmt weiter zu. Viele Binnenflüchtlinge wissen auch nicht mehr, wie sie sich versorgen sollten. So protestierten am 29. Dezember 2009 hunderte Flüchtlinge in dem Dorf Hawo Abdi gegen die Einstellung von Wasserlieferungen durch internationale Helfer. Die Flüchtlinge stammten aus der Hauptstadt
Mogadischu, aus der seit Juli 2009 mindestens über hunderttausend Menschen vor Kämpfen fliehen mussten. Allein in den vergangenen beiden Wochen sind nach verschiedenen Berichten 26 Zivilisten in Mogadischu bei Granatangriffen auf ihre Stadtviertel getötet worden. Insgesamt seien 2009 rund 1740 Zivilisten bei Kämpfen zu Tode gekommen.




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