Verfasst von: Lena Erchen | 29. Januar 2010

Religiöse Unruhen in Nigeria kosten über 200 Menschen das Leben

Vergangene Woche kam es in der nigerianischen Stadt Jos erneut zu blutigen Kämpfen zwischen Muslimen und Christen. Bei dem über mehrere Tage andauernden Massaker sind über 200 Menschen getötet und mehr als 300 festgenommen worden. Fast 20.000 Menschen flohen in Panik aus der Stadt. Jos gleicht einem Schlachtfeld, denn viele Geschäfte und Häuser in der Innenstadt wurden einfach nieder gebrannt.

Der genaue Auslöser für die Unruhen bleibt jedoch unklar. Verschiedene Quelle berichten, dass der geplante Bau einer Moschee in einem christlich geprägten Viertel der Anlass für die Auseinandersetzungen sei. Wiederum andere sprechen davon, dass militante Muslime Christen nach ihrem Sonntagsgebet aufgelauert haben und daraufhin die Konfliktparteien aufeinander los gingen.
Die Stadt Jos liegt im sogenannten „Middle Belt“, dem Gürtel zwischen dem christlichen Süden und dem muslimischen Norden des Landes. Muslime und Christen, die beiden größten Religionsgruppen in Nigeria, waren in der Vergangenheit in dieser Region schon mehrfach aneinander geraten. Der jüngste Konflikt, bei dem mehrere hundert Menschen ihr Leben lassen mussten, fand im November 2008 statt.
Die nigerianische Armee hat nach den tagelangen Ausschreitungen nun vorerst die Kontrolle über die Stadt übernommen. Allerdings reagierte die nigerianische Regierung wieder einmal sehr zögerlich auf die Ausschreitungen.


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