Verfasst von: Miriam | 12. Februar 2010

Red Hand Day 2010 WIR SIND KINDER – KEINE SOLDATEN!


Einsatz von Kindersoldaten in Somalia beenden! – mit dieser Aktion und dem Appell an Außenminister Westerwelle beteiligt sich die GfbV am diesjährigen Red Hand Day und macht auf das Leiden der Zivilbevölkerung des seit 19 Jahren kriegsgerührten Somalias aufmerksam. Jährlich am 12. Februar ruft die Aktion Rote Hand unter dem Motto Kinder sind keine Soldaten! zum Protest gegen die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen im Zuge von bewaffneten Konflikten auf. Weltweit gibt es etwa 250.000 Kindersoldaten, rund 100.000 von ihnen in Afrika. Sie kämpfen unter anderem in bewaffneten Konflikten und Kriegen in Ruanda, Burundi, Sierra Leone, im Kongo und Sudan, in Liberia und Somalia. Das erschreckendste Beispiel allerdings kommt aus Myanmar, Südost-Asien – hier sind 77.000 Kinder für die staatliche Armee im Einsatz.

Sie haben mich dazu gezwungen zu töten

(Ahmed aus Somalia, damals 14 Jahre)

Ahmed zählt  zu den Tausenden Kindersoldaten, die alleine in Somalia von verschiedenen Milizen unter Waffen gehalten werden. Ahmed kann nur hoffen, seine traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten, wenn endlich Frieden in Somalia herrscht. Doch davon scheint das Land noch weit entfernt. In 19 Jahren Krieg und Willkürherrschaft von Warlords kamen in Somalia mehr als eine Million Menschen zu Tode. Laut Ulrich Delius muss sich die EU für die Unterzeichnung eines humanitären Protokolls einsetzen Die Konfliktparteien müssen sich dazu verpflichten, Hilfsorganisationen freien Zugang zur Not leidenden Zivilbevölkerung zu sichern. Außerdem sollten Schutzzonen eingerichtet werden, in denen die Zivilisten sicher vor Bombardierungen und Menschenrechtsverletzungen sind.

Unsere Regionalgruppe Münster hat bereits vorige Woche den Red Hand Day zum Anlass genommen, mit einem Info-Stand in Münsters Innenstadt auf die Kindersoldaten in Somalia aufmerksam zu machen. Angelockt aus einer Spur von roten Händen, kamen viele Passanten zum GfbV-Stand.

Ich kenne den Krieg, seit ich ein kleines Kind war.

Ich kannte nur die Welt des Krieges.

(Ajith, Sri Lanka, damals 14 Jahre)

Es gibt viele Wege, wie Kinder zu Soldaten werden; die einen werden von Rebellenarmeen rekrutiert, auf dem Weg zur Schule aufgelesen, oder aus Waisenhäusern abgeholt. Häufig liefern die Eltern selbst ihre Kinder bei (Rebellen-) Armeen ab, da sie keine andere Möglichkeit mehr sehen, ihre Kinder durchzubringen. Andere wiederum schließen sich den bewaffneten Gruppen freiwillig an. Auch junge Mädchen werden in Kriege und bewaffnete Konflikte eingebunden. Sie gehen als sexuell und seelisch Missbrauchte aus dem Krieg heraus. Hinter jedem Kindersoldat verbirgt sich eine ganz eigene, persönliche Geschichte.

Für viele Kinder ist Krieg alltäglich geworden – sie kennen es nicht anders. Armut und Perspektivlosigkeit zwingen sie dazu, Auswege zu finden. Da kann eine erste Anlaufstelle oftmals die Rebellenarmee sein, die Kinder mit Essen, Alkohol und Drogen ködert. Daraus ergibt sich für Kinder und Jugendliche eine positive Assoziation mit dem Krieg – er ist für sie Normalität geworden. Durch den täglichen Überlebenskampf haben sie keine Hoffnung mehr auf eine bessere Zukunft. Man muss versuchen, den Kindern wieder Hoffnung zu geben. Die Aktion Rote Hand versucht eben dieser Perspektivlosigkeit vorzugreifen und engagiert sich, um den Missbrauch an Kindern und Jugendlichen als Soldaten vorzubeugen.

In der UN-Kinderrechtskonvention ist festgehalten, dass minderjährige Kinder unter 18 Jahren vor gewalttätigen Konflikten und Kriegen bewahrt werden sollen. In einem Zusatzprotokoll allerdings steht, dass Freiwillige sich bereits mit 15 Jahren für den Krieg entscheiden dürfen. In einem Land, in dem seit Jahren Bürgerkrieg herrscht, ist Soldat zu sein die einzige Überlebenschance und somit kein freiwilliges Unterfangen.

Die GfbV und andere Menschrechtsorganisationen fordern eine weltweite Einhaltung der Regelung, dass unter 18-jährigen Kindern der Eintritt in den Krieg verwährt bleibt.


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