zusammengestellt von Yvonne Bangert
Investoren durch Proteste verschreckt
Hollywood-Prominenz unterstützt Widerstand gegen Belo Monte
Macht China das große Geschäft?
Investoren durch Proteste verschreckt
Estadao, 28.4.2010
Das Suez-Konsortium habe sich an der Auktion von Belo Monte nicht beteiligt, weil die Kosten zu tief veranschlagt, die Aufträge und Umweltauflagen zu komplex und die Proteste mit “internationaler Starbesetzung” zu groß waren.
Das “Spektakel” rund um die Versteigerung des Kraftwerks Belo Monte war ein Grund für den Rückzug der Anleger”, sagte der Direktor für Geschäftsentwicklung von GDF Suez, Gil Maranhão.
Das Konsortium ist derzeit am Bau von Kraftwerken beteiligt, wie bei Estreito zwischen den Bundesstaaten Maranhão und Tocantins oder bei UHE Jirau am Rio Madeira, entschied sich aber für ein Fernbleiben von Belo Monte. (…)
Er gab zu, dass die Protestbewegungen gegen den Bau stark gewachsen sind. “Wenn sich der Protest auf die Straßen verlagert oder internationale Stars öffentlich dagegen auftreten und daraus eine Bewegung entsteht, schreckt das im Allgemeinen Investoren ab”, sagt er.
Gil Maranhão betont, dass die GDF Suez in Brasilien weiterhin groß investieren wird. “Wir sind bei den kommenden Auktionen von Wind-, Biomasse- und Wasserkraftprojekten sicherlich dabei. Mit Belo Monte hat uns die Regierung kein interessantes Angebot gemacht.”
Sigourney Weaver protestiert in New York gegen Belo Monte
Folha online, 29. April 2010
Die US-Schauspielerin Sigourney Weaver nahm am 28.4. in New York gemeinsam mit Dutzenden indigenen Vertretern aus verschiedenen Ländern an einer Kundgebung gegen das Kraftwerk Belo Monte teil. Ihrer Meinung nach sind die dadurch zu erwartenden Umweltzerstörungen unverantwortlich groß und eine Bedrohung der indigenen Völker des Xingubeckens. “In unserem Zeitaltern sollten Entwicklung und Ethik Beachtung finden”, sagte die Künstlerin bei einer Pressekonferenz vor dem ständigen UN-Vertreter Brasiliens.
Der kanadische Regisseur James Cameron hatte sie erst vor einem Monat zum öffentlichen Auftreten für die Umwelt eingeladen und Sigourney Weaver erlebe nun, “dass die Geschichte von Avatar (als Bedrohung von Ureinwohnern durch den Fortschritt) sich bei Belo Monte wirklich vor unseren Augen abspielt”.
Weaver betonte die weltweite Vorreiterrolle Brasiliens auf dem alternativen Sektor der erneuerbaren Energie wie z.B. der Ethanolproduktion und bedauerte, dass die Regierung Lulas bei Belo Monte auf ein “altes Modell mit so vielen negativen Auswirkungen zurückgegriffen” hätte.
Die politisch Verantwortlichen sollten weiterhin “erneuerbare Energien vorantreiben und den Verbrauch von Energie durch neuere Technologien verringern”.
“Unternehmen, die die Umwelt belasten und keine saubere Energie produzieren, wie sie behaupten, sollten wir keine Chance geben”, unterstrich die amerikanische Schauspielerin. “Ich bin davon überzeugt, dass Brasilien ein Vorzeigeland im Umweltschutz sein könnte und dass es nicht unbedingt unseren (US-)Weg gehen und unsere bekannten Fehler wiederholen muss.”
Macht China das große Geschäft?
Estadao, 29.4.2010
Die Produzenten hochwertiger elektrotechnischer Maschinen und Bauteile in Brasilien befürchten, dass ein Großteil der benötigten Turbinen von Billigbietern aus dem Ausland bezogen werden könnte, besonders aus China.
“Der Nachteil für den Sektor wäre enorm, da mit 10.000 Arbeitsplätzen in der heimischen Maschinenbranche gerechnet worden ist”, sagte der Vizepräsident des brasilianischen Industriellenverbandes für Maschinenbau (Abimaq), José Velloso Dias.
Bei Belo Monte, dem weltweit drittgrößten Kraftwerk mit einer Leistung von 11.000 MWh, werden 20 Turbinen mit je 550 MWh und 9 mit 25,9 MWh benötigt. Angeblich zählt der argentinische Konzern Impsa, der bereits bei Windkraftwerken stark präsent ist, zu den Favoriten. Wegen des bei der Auktion erzielten niedrigen Strompreises und der zu erwartenden hohen Kosten ist ein Geschäft mit den Chinesen nicht ausgeschlossen.
Im ungekürzten Wortlaut nachzulesen bei
plattformbelomonte




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