Indischer Regisseur Meghnath, der seinen Nachnamen lieber weglässt, um nicht in eine Kastenschublade gesteckt zu werden, arbeitet seit den 80er Jahre als Sozialaktivist. Er wurde in Bombay geboren und hat Sozialarbeit und Film studiert. Jetzt dreht er sozialkritische Filme, insbesondere über die Adivasi, die Ureinwohner Indiens. Er hat schon einige Preise für seine Filme bekommen. Herr Meghnath hat am 22.06.2010 die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen besucht, um uns über seine Filme zu erzählen. Es war eine sehr beeindruckende Erfahrung.
Meghnath ist ein einzigartiger Mann, der seine Lebensphilosophie in die Tat umsetzt. Er arbeitet mit den Ureinwohnern Indiens, weil die Gerechtigkeit ihm wichtig ist. Als er Anfang der 80er Jahre von der Diskriminierung den Adivasi erfuhr, bewegte ihn das sehr. Er dreht Filme, weil es ihm eine sozialpolitische Pflicht ist. Dieser Regisseur hat keine Ambitionen, berühmt zu werden. „Filme werden heutzutage nur zur Unterhaltung gemacht“, meinte der Regisseur, „wenige Regisseure verfolgen mit ihren Filmen einen bestimmten Zweck, wir aber schon.“ Meghnath dreht Filme für sein Volk, das heißt, er dreht Filme für die indigenen Völker, für die Ureinwohner Indiens, aber auch für Jeden, der sich für die Situation der Ureinwohner interessiert. „Mir war der Film nur als Kommunikationsform wichtig“, sagte er. Er möchte die unbeachteten Stimmen der Adivasi der Welt mitteilen, und zwar ohne ihre Würde zu untergraben.
Man sieht in seinen Filmen, dass die Leute ein schwieriges Leben haben. Trotzdem wurde die Stärke des Volkes durch ihre Kämpfe und Ausdauer gezeigt. Diese Leute brauchen kein Mitleid. Meghnath wählt außerdem nur Aufnahmen für seine Filme, die ihre Selbstachtung nicht verletzten. „Ich stelle mir vor“, sagte er, „jemand würde einen Film über mich drehen und welche Szenen ich über mich selbst sehen wollen würde. Auch wenn die Leute in meinen Filmen Opfer einer Regierung oder einer Firma sind, sind sie trotzdem starke Leute und ich möchte, dass ihre Lebenskraft in meinen Filmen rüber kommt.“ Meghnath möchte in seinen Filmen die Hintergründe beleuchten, Probleme der indischen Gesellschaft aufzeigen.
Auch wichtig für ihn ist, den Leuten die mitgewirkt haben den Film vorzuführen. Er ist zum Beispiel mal in ein Dorf zurückgekehrt, um den Menschen den fertigen Film vorzuführen. Die Menschen waren bei der Vorführung sehr bewegt und am nächsten Tag hat jede Familie eine Handvoll Linsen gebracht, um sich bei Meghnath zu bedanken. 5 kg Linsen sind so als Bezahlung und Dankeschön zusammengekommen. Meghnaths Hoffnung ist, dass die Filme Gespräche und Diskussionen anreden. In Indien sind Filme öfters länger, und haben deswegen eine Pause in der Mitte. Meghnath macht aber kürzere Filme, und meinte, dass die Stelle, wo der Film endet, soll die Pause sein, nachdem es dann ein langes Gespräch geben soll.
Die Situation den Ureinwohnern zu verfassen ist keine einfache Aufgabe, aber Herr Meghnath gibt sich Mühe weil er an die Zukunft den Adivasi glaubt. „Man muss optimistisch leben,“ sagte er, „um das Leben zu überleben.“
Mehr Infos:
Die Adivasi-Koordination Deutschland ist ein Netzwerk von NGOs, die in der Menschenrechtsarbeit und der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind. Hier weiter lesen.
Artikel auf Englisch bei The Telegraph über Megnath und seine Arbeit.
Artikel auf Englisch bei India Together über Megnaths Film Iron is Hot, der den „Best Film über die Umwelt” Preis im Juli 2009 von den IDPA (Indian Documentary Producers Association) Mumbai gewonnen hat. Dieser Film hat weiterhin bei den NSDFF (National Students Documentary Film Festival) Navatarangam den 2009 Karimnagar Preis bekommen. Der Film geht um die Frage der Eisenschwarmindustrie, die Umweltverschmutzung wofür die Industrie verantwortlich ist, und wie die Menschen versuchen, damit zurecht zu kommen.
Weitere Filme von Regisseur Meghnath:
Development Flows from the Barrel of a Gun dreht sich um den Missbrauch den Menschen Rechten den indigenen Volkes von Entwicklungsprojekten. Dieser Film ist auf fünf Sprache: Hindi, Englisch, Japanisch, Deutsch, und Spanisch. Er war bei „Traveling Film South Asia“ (TFSA) in 2004 dabei und hat den „Best Documentary“ bei dem 2005 VATAVARAN Film Festival gewonnen. Bei You Tube hier anschauen.
Kora Rajee (Das Land des Ausgräbers) ist der erste Film, der auf Kurukh, eine Sprache des indigenen Volkes, gedreht wurde. Der film geht um die Frage den Adivasi Arbeiter in den Gartenlokals Assam und Bengal. Er wurde in 2006 den Silver Conch Preis bei MIFF (Melbourne International Film Festival) zuerkannt.
Unknown Martyrs dreht sich um das Massaker den indigenen Völkes bei dem ex-Parlamentarier Anthony Murmu und noch 13 Anderen in Banjhi, Sahibjang Gebiet Jharkhands getötet wurden.
Yet Another Accident geht um eine Damm Katastrophe in 1997 in der Palamau Gebiet in Jharkhand bei der 19 Menschen gestorben sind.
Where Ants are Fighting Elephants geht um den Kampf des indigenes Volkes gegen Bauxitabbau.
Tribal Self Rule handelt von der Grama Sabha Bewegung für die Verlängerung der Panchayati Raj in „Scheduled Areas Act“ 1996.
From Kalinga to Kashipur geht um den Kampf des Volkes gegen eine Aluminiumfabrik im Kashipur Block der Koraput Gebiet in Orissa.
Gari Lohardaga Mail dreht sich um den Schmalspur Zug Lohardaga, der im Januar 2004 berühmt geworden ist.





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