Die Bedeutung der Freilassung Aung San Suu Kyis sollte nicht überschätzt und als Zeichen für eine demokratische Öffnung Burmas interpretiert werden. Die Regierung Burmas hat dafür gesorgt, dass die Friedensnobelpreisträgerin zukünftig keine politische Führungsposition mehr annehmen kann und es ist zu befürchten, dass sich die Führung des Landes schon bald einen neuen Vorwand einfallen lässt, um die Oppositionsführerin erneut zu verurteilen.
Die demokratische Opposition Burmas wurde im Vorfeld der Wahlen 2010 systematisch gespalten und die Partei Aung San Suu Kyis, die „National League for Democracy (NLD)“ verboten. Dies wird es ihr schwer machen, die enormen Erwartungen von Seiten der Bevölkerung und der Regimekritiker zu erfüllen. Man muss weiterhin Druck auf Burma ausüben und die politische Führung weiter drängen, grundlegende Menschenrechte und eine Demokratisierung zuzulassen.
Außerdem sollte die internationale Gemeinschaft die sich zuspitzende Lage in den Nationalitätengebieten Burmas nicht unterschätzen. Durch die Wahlen wurde dort neue Gewalt geschürt, da die Militärjunta im Vorfeld der Wahlen alle Freiheitsbewegungen ethnischer Minderheiten dazu aufgefordert hat, sich aufzulösen und sich der offiziellen „Grenzwacht“ Burmas anzuschließen. Mit einer gewaltsamen Auflösung der Freiheitsbewegungen werden die Probleme des Vielvölkerstaates jedoch nicht gelöst und die Minderheiten bestehen darauf, dass sie endlich mehr Autonomie bekommen, wie ihnen bereits 1948 versprochen wurde.




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