Eine unglaubliche Geschichte aus dem Kaukasus! Märchenhaft, wie hier mit großer Ernsthaftigkeit aus Sicht eines kleinen Jungen die neue Geschichte des Kaukasus erzählt wird. Anne-Laure Bondoux erzählt die Geschichte des Jungen Koumaïl, der bei der von ihm richtig gehendverehrten Gloria aufwächst. Sie erzählt ihm die unglaubliche Geschichte, dass seine französischen Eltern bei einem Zugunglück ums Leben gekommen seien und sie ihn aus dem brennenden Zug gerettet hahbe.
Beide erleben dann eine wahrhaft moderne Odysee – sie fliehen in das Land, in dem die modernen Menschenrechte das erste Mal schriftlich festgelegt wurden und aus dem seine Eltern stammen. Das dann alles ganz anders kommt und welche großen Entbehrungen sie erleben müssen – Bondoux erzählt mit kurzen, prägnanten Abschnitten, mit schlichter Melodik eine Geschichte, in der der Leser von Anfang in die Welt des kleinen Koumails eintaucht und mit ihm mitfiebert und mitleidet und darüber die Zeit vergisst.
Dabei erlebt der Leser eine fast schon folkloristische Spannung, die ihn hinter die abstrakten Flüchtlingszahlen der Europäischen Union und Medien führt. Dabei gelingt es der Autorin, feinfühlig die Charaktere zu skizzieren und weiterzuentwicklen. Der Roman wächst mit Koumail, wird mit ihm erwachsen und erlebt, wie aberwitzig abstruss die Lage im Kaukasus ist und wie es trotzdem Menschen gelingt, sich trotz widriger Umstände in Würde zu halten. Ein modernes Abenteuer, dass absolut lesenswert ist!
Der Band erschien im Carlsen-Verlag und kostet 12,90 Euro.





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