Wenn man sich die politischen Umbrüche in der arabischen Welt anschaut, sieht man große Unterschiede in der Berichterstattung: in Tunesien oder Ägypten konnten deutsche Medien vor Ort sein mit Korrespondenten und Kameraleuten. Doch was ist mit rigoros abgeschottenen Ländern wie Syrien? Dort ist man auf private Videos angewiesen, die über Youtube hochgeladen werden. Da ist man auf Blogs angewiesen. Doch für viele Journalisten im Tagesgeschäft ist es schwierig, diese Quellen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Was ist wahr daran? Sind die Bilder tatsächlich aus den angegebenen Orten? Sind sie wirklich von heute? Journalsiten flüchten sich daher recht schnell in den berühmt-berüchtigten Konjunktiv. Auch wenn ich es eigentlich nicht so gerne mache, so poste ich doch diesen recht interessanten und eingängig geschriebenen Artikel von Spiegel Online über “Das Blog-Phantom von Damaskus”, der sich genau mti dieser Problematik beschäftigt. Ähnlich gelagert war ja die Ermordung Nedas im Iran vor genau zwei Jahren.
Nun wurde auch dieses Jahr im arabischen Raum offensichtlich, wie Facebook & Co genutzt wurden in der Aktivierung, Vernetzung und Mobilisierung von Menschen. Ob und wie nachhaltig dies ist, wird nun zu prüfen sein. Aber ich freue mich schon auf eine zweite, aktualisierte Auflage des Sammelbandes “Von Chatraum bis Cyberjihad”, in dem Stand 2009 die politische Internetnutzung im arabischen Raum länderspezifisch untersucht und dargestellt wurde.




Der Vollständigkeit halber hier das “Outing” – der wahre Hintergrund des “Phantoms von Damaskus”, in einer ganz anderen Tonalität als der vorherige Artikel geschrieben, wesentlich kritischer als der Vorherige:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,768182,00.html
Von: Joachim Fulda am 13. Juni 2011
um 2:04 pm
Auch hier eine sehr sinnvolle, kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit dem “syrischen Phantom”: http://www.zenithonline.de/deutsch/gesellschaft//artikel/bloggen-ohne-gewaehr-001974/
Von: Joachim Fulda am 14. Juni 2011
um 10:02 am