Yorenka Ãtame – das Ashaninka-Projekt

Im Mai wurden wir von den beiden Ashaninka-Brüdern Benki Piyãko und Moisés Piyãko besucht, die uns an einer ihrer Volksweisheiten teilhaben liessen: „Yoreka heißt Wissen, Wissenschaft, Kenntnis. Es wird inspiriert durch die Geister und die Mysterien des Urwaldes und die Kenntnisse, die wir bei den Gesprächen mit den Älteren erwerben, durch den Respekt für die Natur und, vor allem, durch die praktische Arbeit im Alltag.“ Darum gründeten die Ashaninka auch im Sommer 2007 ein Ausbildungszentrum in Marechal Thaumaturgo (im Bundesstaat Acre). Für den Weiterbetrieb und Ausbau brauchen sie aber noch Hilfe – wer mehr wissen will….

Das Ausbildungszentrum für Erziehung, Kultur und Umwelt dient dem Austausch von Wissen, dem interkulturellen Dialog und der Ausbildung von indigenen und nicht-indigenen Anwohnern des Flußes Jurua. Mithilfe des traditionellen indigenen Wissens sollen auch die nicht-indigenen Anwohner den Urwald als schützenswerten Lebensraum erkennen, der genutzt werden kann, ohne dabei die Umwelt zu zerstören. Das Zentrum vermittelt Jugendlichen und Erwachsenen eine neue Art des Umgangs mit der Natur. Beispielsweise durch Projekte wie die Schildkrötenzucht oder Wiederaufforstungsprogramme und Forstwirtschaft mit einheimischen Obstbäumen.

Die etwa 60.000 Ashaninka leben vor allem im peruanischen Regenwald. Nur etwa achthundert Ashaninka siedeln auf der anderen Seite der Grenze im brasilianischen Bundesstaat Accre. Aber beide Seiten erleben seit Jahren die gleichen furchterregenden Entwicklungen der Globalisierung und des „westlichen“ Ressourcenhungers. Denn immer schneller schrumpft der Amazonas-Regenwald, immer tiefer dringen europäische, asiatische und amerikanische Holzunternehmen auf indigenes Land. Nicht nur der Handel mit Tropenholz boomt, an der Stelle der Tropenriesen werden Plantagen für Soja und Zuckerrohr hochgezogen. Riesige Waldflächen verschwinden dafür, Landraub und Gewalt an Indigenen sind an der Tagesordnung. Nebenbei werden bis zu 100 Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt – mit verheerenden Folgen für das Weltklima.

Dom Tomas Balduino aus der Diözese Goias beschrieb diesen ganzen Prozess mit folgenden Worten:

„Europa spielt bei dem, was in Brasilien passiert, die Rolle des Komplizen. Wer kauft denn die Früchte aus der Bewässerungslandwirtschaft? Wer kauft denn heute den Agrotreibstoff? Solidarität allein reicht nicht mehr. In Europa muss sich die öffentliche Meinung erheben und Druck dagegen ausüben, dass die Stimme der Indigenen, der Afrobrasilianer und Kleinbauern ignoriert wird.“

Dieses Projekt wiederum gibt uns mehr konstruktive Einblicke in die Lebenswelt von indigenen Völkern, die im Regenwald leben als die Autobiographie von Sabine Kügler. Wenn Sie die hier angesprochene gelebte Solidarität unterstützen wollen, bietet sich dieses Ashaninka- Ausbildungsprojekt an. Wenden Sie sich einfach am besten an das Berliner GfbV-Büro, wir helfen Ihnen gerne, schnell und unkompliziert weiter (berlin@gfbv.de). Übrigens besuchen uns kommenden Freitag mehrere brasilianische Indigene auf ihrem Weg zum UN-Klimagipfel. Mehr dazu bald in diesem Blog..

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2 Gedanken zu “Yorenka Ãtame – das Ashaninka-Projekt

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