Indien: Bergbauunternehmen Vedanta bleibt stur

Nachdem am 5. Februar die Church of England ankündigte, ihre Aktienanteile am britischen Bergbauunternehmen Vedanta aus ethischen Gründen zu verkaufen, tat es ihr am 18. Februar der Joseph Rowntree Charitable Trust gleich. Vedanta würde die Menschenrechte nur unzureichend achten.

Vedanta versucht bereits seit 2003 am Niyamgiri-Berg eine Mine zum Abbau von Bauxit, ein Rohstoff zur Aluminiumherstellung, zu errichten. Der Niyamgiri wird von den dort lebenden ca. 8000 Angehörigen des indigenen Volkes der Dongria Kondh als heilige Gottheit verehrt und geschützt. Das einzigartige Ökosystem samt der beheimaten seltenen Tierarten an den Hängen des Berges würde zerstört werden und die Adivasi von ihrem angestammten Land vertrieben werden. Das geplante Tagebauvorhaben würde ihnen ihre Lebensgrundlage, ihre Heimat, ihre wichtigste religiöse Stätte und letztendlich ihre Kultur und Identität nehmen. Entschlossen gründeten die Adivasi die Widerstandsbewegung Niyamgiri Surakshya Samiti und kämpfen seitdem gegen die Vertreibung von dem Land, das ihnen nach indischem Gesetz zusteht. Im Januar 2009 bildeten über 10.000 Menschen eine Kette um den Berg; immer wieder versuchen die Dongria Kondh durch Straßenblockaden das Eindringen in ihr Land zu verhindern.

Am Fuß des Berges können sie beobachten, wie ihre Zukunft aussieht, sollten ihre Proteste scheitern: Dort hat Vedanta bereits eine Raffinerie zur Verarbeitung von Bauxit in Betrieb genommen. Hunderte Familien wurden von ihrem Land vertrieben. Amnesty International veröffentlichte am 09. Februar einen Bericht, wie stark die Anwohner der Raffinerie gesundheitlich unter der Luft- und Wasserverschmutzung zu leiden haben. Amnesty klagt weiterhin die indischen Behörden an, die den Anwohnern kaum oder gar falsche Informationen zu den Plänen Vedantas gaben. Die britische Regierung kritisierte die Menschenrechtsverletzungen Vedantas am 5.11.09 scharf. Vedanta respektiere „die Rechte der Dongria Kondh nicht“, schenke „den Auswirkungen des Baus der Mine auf die Rechte der Indigenen keine Beachtung“ und habe „keinen angemessenen und rechtzeitigen Beratungsmechanismus“ etabliert. Eine Veränderung des Verhaltens von Vedanta sei „unerlässlich“.

Doch eine Veränderung des Verhaltens des Unternehmens lässt sich nicht beobachten. Vedanta weißt alle Vorwürfe von sich und ändert trotz massiver lokaler, nationaler und internationaler Proteste seinen Kurs nicht.

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