Vision Malaysia – Rüdiger Sieberts Reportage von „Multikulti, Malls und Moscheen“

http://www.horlemann.info/index.php/vmchk/Siebert/Vision-Malaysia/flypage-ask.tpl.html
Ich selbst war immer wieder in Indonesien unterwegs, habe die Sprache (die dem malaysischen entlehnt ist) etwas gelernt und war von der Vielfalt dieses Inselarchipels begeistert. Freunde versicherten mir, dass Malaysia ähnlich faszinierend wie Indonesien sei. So hab ich mich über das Buch „Vision Malaysia – Annäherung an einen Vielvölkerstaat“ von Rüdiger Siebert gefreut, das ich an dieser Stelle kurz vorstellen darf:

In der Verlagsankündigung heißt es:

„Nirgends sonst ist die Vielfalt Asiens so spannungsvoll präsent wie in Malaysia, an der Schnittstelle zwischen Ost und West, zwischen Indien und China.

Ein einzigartiges Land: die Grenzen einst willkürlich von den Europäern gezogen; zweigeteilt durch das Südchinesische Meer; ein Bevölkerungs-Mix von Malaien, Chinesen, Indern, Dayak-Völkern, Eurasiern und anderen Minderheiten; Nachkommen von Kopfjägern auf Borneo, Computerspezialisten in West-Malaysia; dominierender Islam, daneben Konfuzianismus, Buddhismus, Hinduismus, Christentum, Geisterglaube; Wahlmonarchie und parlamentarische Verfassung; Hightech und Zensur. Asien kompakt.
„Vision Malaysia“ lädt ein zur Entdeckungsreise in Südostasiens Geschichte und Gesellschaft und unternimmt einen Exkurs ins Sultanat Brunei.“

In einem sehr persönlichen Umgangston erzählt Siebert sehr farben- und facettenreich in fünf Kapiteln über die Entstehung Malaysias, gibt aber auch sehr tiefgehende Einblicke in die Gesellschaft und die vielen Gesichter – so wird die Vielfalt mit allen Vor- und Nachteilen sehr lebendig. Siebert’s Verdienst ist es, ein ungeschminktes, ehrliches Bild von Malaysia zu malen und es anschaulich vorurteilsfrei zu vermitteln. Gerade so schafft er es, den Leser neugierig auf dieses Land zu machen. Ich wünschte mir häufiger, andere Journalisten in der Tagespresse könnten sich an seinem Stil und seiner umfassenden und fairen Berichterstattung stärker orientieren.

In der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft hat sich Rüdiger Siebert seit mehr als dreißig Jahren engagiert. Als Referent anschaulicher Vorträge über seine ausgedehnten Reisen, über kulturelle und politische Zusammenhänge, über die Annäherung der Völker hat er stets ein großes und aufmerksames Publikum gehabt. Nicht nur dadurch hat er zum Brückenschlag zwischen Indonesien/Malaysia und Deutschland beigetragen.

Das sehr lesenswerte Buch erschien im Horlemann-Verlag, dessen Verdienst es ist, auf äußert kompetente Art und Weise Literatur aus und substanzvolle Sachbücher über Länder wie Malaysia zu verlegen. So wird unser Buchmarkt wesentlich bereichert und wir Europäer bekommen wertvolle Einblicke in fremde Länder und die Literatur, über die wir seitens der GfbV beispielsweise bei der Leipziger Buchmesse oder in unserem Jahreskalender 2010 berichten.

Menschen wie Rüdiger Siebert ist es zu verdanken, dass es im deutschsprachigen Raum ein gewisses Verständnis für Südosteuropa gibt. Doch mit großer Betroffenheit musste ich erfahren, dass er kürzlich gestorben ist. Hier der Nachruf des „Dritte Welt- JournalistInnen-Netz“:

Köln (epo.de/md). – Der Journalist und Südostasien-Experte Rüdiger Siebert ist tot. Der ehemalige Leiter des Indonesien-Programms der Deutschen Welle starb im Alter von 64 Jahren am 6. Januar auf einer Recherchereise am Mekong, in einem kleinen kambodschanischen Grenzort. Siebert war ein exzellenter Kenner von Indonesien, Vietnam, Kambodscha und Laos und publizierte zahlreiche Bücher über Land und Leute in Südostasien. „Das Dritte Welt JournalistInnen Netz verliert mit Rüdiger einen lieben, hoch geschätzten Freund und Kollegen“, heißt es in einem Nachruf des DWJN. „Seine unterhaltsamen, humorvollen und faktenreichen Lichtbildvorträge werden wir nicht vergessen. Rüdiger hatte die Fähigkeit, seinem Publikum auch komplexe Zusammenhänge auf verständliche Art nahezubringen und konnte auch Jugendliche für die Eine-Welt-Thematik begeistern.“{mosimage}

Der Horlemann-Verlag erklärte, Rüdiger Sieberts letztes Buch müsse leider unvollendet bleiben. Weiter heißt es:
„Rüdiger Siebert, geboren am 17.1.1944, wuchs in der ehemaligen DDR auf; mit 15 Jahren der Wechsel der Welten und Flucht mit der Familie in den Westen. Nach weiterem Schulbesuch in Landsberg am Lech zweijähriges Pressevolontariat in Nürnberg, erste monatelange Reisen bis an den nördlichen Polarkreis; dann Redakteur an verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, u.a. in Stuttgart. 1970 als Rundfunkredakteur bei Radio Deutsche Welle, Köln. 1971/72 als freier Journalist 14 Monate lang durch 19 Länder Afrikas auf den Spuren deutscher und internationaler Entwicklungshilfe. 1973 als Redakteur im Indonesischen Programm der Deutschen Welle, nebenbei Gasthörer an der Universität Köln, um indonesische Sprachen und Landeskunde zu studieren; in jenen Jahren ständiger freier Mitarbeiter u.a. für Neue Zürcher Zeitung (mit der wöchentlichen Kolumne Unterwegs notiert), Die Zeit, Frankfurter Rundschau, Mannheimer Morgen; von 1977 bis 2002 Leiter des Radio-Programms, das von der Deutschen Welle in indonesischer Sprache via Kurzwelle nach Südostasien ausgestrahlt wird. Seither freier Journalist, Referent und Autor zahlreicher Bücher zu Süd- und Südostasien. Zuletzt erschien vom ihm im Horlemann Verlag: „Vision Malaysia. Annäherung an einen Vielvölkerstaat.“

Insgesamt hat er wesentlich zu einer gründlichen Kenntnis und zu einem differenzierten Verständnis der Länder Süd-Ost-Asiens im deutschsprachigen Raum beigetragen.“

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