GfbV-Menschenrechtsreport Nr. 63 zum Thema „Bedrohte Sprachen“ – mit dazugehörigem Schulmaterial

Bedrohte Sprachen - Gefahr für Minderheiten weltweit

Anläßlich der Leipziger Buchmesse erstellte die GfbV einen Menschenrechtsreport zu dem Thema „bedohte Spachen“. Die reinen Zahlen sind erschreckend: Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache. Von den rund 7.000, die heute weltweit gesprochen werden, werden bis Ende des 21. Jahrhunderts nur noch rund 3.000 übrig sein. Am stärksten vom Sprachensterben sind jene betroffen, die weniger als 1.000 Sprecher haben. Das sind 28 Prozent aller Sprachen, häufig gerade diejenigen der indigenen Völker. Fast wichtiger als die Zahl der Sprecher ist, ob die Sprache von den Großeltern und Eltern an die Kinder weitergegeben wird. So kann ein 60 Angehörige zählendes indigenes Volk in der Lage sein, seine Sprache zu bewahren, wenn es dies aktiv möchte, ein anderes Volk mit 10.000 Angehörigen kann sie verlieren, wenn es sie nicht für bewahrenswert hält. Dies geschieht aktuell in Nordchina mit Salar. Nur noch die ältere Generation über 65 Jahre spricht Salar. Die Jüngeren und Jugendlichen wachsen alle mit Mandarin auf.
Eltern erachten ihre Muttersprache für wertlos und lehren ihren Kindern das alles beherrschende Mandarin, um ihnen eine „bessere“ Zukunft zu ermöglichen. Diese mehr oder weniger wirtschaftlichen Überlegungen sind ein wichtiger Grund für das Aussterben von Sprachen.

Sprachenreichtum – Schatz für die Menschheit
Warum sollen in unserer globalisierten Welt überhaupt Sprachen erhalten werden, die etwa nur noch 50 Sprecher haben? Wäre es nicht besser für unsere Kommunikation, wenn wir alle die gleiche Sprache sprächen? Die Sprecher der Minderheitensprachen verlieren mit ihrer Sprache das wichtigste Abbild ihrer Kultur. Sie verlieren Bezeichnungen für Pflanzen, Tiere, Orte, Gefühle, religiöse Werte. Sie verlieren ihre Geschichten und die Verbindung zu ihrer Herkunft. Für sie bedeutet der Sprachverlust also einen massiven Identitätsverlust und nicht selten ein kollektives Trauma, das über Generationen fortwirkt. weiter zum Report

Inhaltsverzeichnis:
1. Einführung
2. Afrika
3. Asien
4. Australien / Neuseeland / Ozeanien
5. Europa
6. Nordamerika
7. Mittel- und Südamerika
8. Wichtige Organisationen
9. Linkliste

Zusätzlich bietet die GfbV für Lehrende Lernmaterial zum Thema bedrohte Sprachen anbieten. Damit sollen sich Schülerinnen und Schüler sollen sich angeregt durch Beispiele aus dem Report der GfbV mit grundlegenden Fragen zum Themenkreis der bedrohten Sprachen auseinandersetzen: Weshalb sind Sprachen bedroht? Warum lohnt es sich, Sprachen zu erhalten, die nur noch von 50 oder weniger Personen gesprochen werden?

Kostenloser Download des Schulmaterials für Lehrende – mit Beispielen aus dem Report

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