Einige Erfolgsmeldungen

Manchmal kann es so schnell gehen: Da sitzt ein Flüchtling schon in Abschiebehaft. Man denkt, alle Hilfe kommt zu spät. Aber dann fehlen offensichtlich wichtige Informationen, der Anwalt arbeitet gut und schnell. Einige Tage habe ich mir große Sorgen gemacht, ob es wirklich klappt mit dem Verhindern der Abschiebung. Aber dann waren zwei Dokumente ausschlaggebend: Eine Bescheinigung darüber, dass der junge Tschetschene in dem berüchtigten Filtrationslager Tschernokosowo festgehalten und gefoltert worden war und ein Brief, aus dem seine besondere Gefährdung bei einer Abschiebung nach Russland deutlich wurde – vor eine halben Stunde habe ich erfahren, dass die Abschiebegefahr gebannt ist.

Und noch ein Teilerfolg unserer Arbeit: Das gigantische Wasserkraftwerk an der Unteren Tunguska, über das wir auf diesem Blog schon berichtet hatte, wird erstmal nicht gebaut. Das russische Energieministerium hat kürzlich seine Arbeit an einem Energieplan bis zum Jahr 2020 abgeschlossen. Darin kommt das Wasserkraftwerk, das massive Umweltschäden und die Zwangsumsiedlung von mindestens 2.000 Ewenken zur Folge hätte, nicht mehr vor. „Aufgeschoben heißt bekanntlich nicht aufgehoben“ aber erst einmal wurde Zeit gewonnen, auch um Alternativen zu diesem Projekt zu suchen. Allen, die sich an den Protesten beteiligt haben, an dieser Stelle ein herzliches DANKESCHÖN!

Zum Hintergrund: In der sibirischen Region Evenkien am unteren Tunguskafluss sollte ein gigantisches Wasserkraftwerk gebaut werden. Die Kosten für das Projekt werden auf 13 Milliarden USD geschätzt. Das Potential des Kraftwerks wird mit einer Leistungsspitze von 20 GW angegeben. Es könnte damit das größte Wasserkraftwerk der Erde werden. Dieser Bau würde massive Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebenssituation der Menschen in der Region haben.

Auf dem Gebiet leben 17.300 Menschen. Davon gehören 21 Prozent zum indigenen Volk der Evenken. Einige ihrer Sprecher haben sich entschieden gegen das Projekt geäußert und werden in ihrem Protest von russischen Umweltorganisationen sowie dem russischen Zweig von Greenpeace unterstützt. Für die Evenken ist diese Region ihre Heimat. Der Bau des Wasserkraftwerks würde für sie die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage und ihrer Kultur bedeuten. Medien und Öffentlichkeit wurden in der Vergangenheit zu Gunsten des Projektes manipuliert. Bei einer Anhörung im Parlament der Region Krasnojarsk, zu der Evenkien gehört, wurden am 30.4.2010 jedoch erhebliche Zweifel an der Machbarkeit des Projektes laut. Die Regionalparlamentarier und Wissenschaftler warfen RUSHydro vor, die Folgen des Projektes für Umwelt und Menschen nicht ausreichend recherchiert zu haben und baten darum, Alternativen zu dem Projekt zu prüfen.

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