Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München

Am Mittwoch, den 12. Mai 2010, ging es früh morgens um sieben Uhr in Göttingen los. Mit zwei Autos und einer Menge Material machten sich einige Mitarbeiter und Praktikanten der GfbV auf den Weg nach München. Am Messegelände angekommen wurde mit dem Aufbau des Standes begonnen. Dieser befand sich in unmittelbarer  Nähe von anderen Menschenrechtsorganisationen, wie Amnesty International oder Fian.

Unser Motto für den Kirchentag  lautete „Frieden im Sudan. JETZT!“ . Neben verschiedenen Postern mit Bildern von Flüchtlingen gab es zwei Ausstellungstafeln die die Konflikte im Südsudan und in Darfur erklärten. Eine Puppe, schwarz angemalt und in Militäruniform, deutete ebenfalls darauf hin. Sie trug ein Heckler-und-Koch G3 Sturmgewehr, welches die am weitesten verbreitete Waffe im Sudan ist und aus deutscher Produktion stammt.

Am  ersten Messetag begannen wir früh morgens um 9:30 Uhr mit unserer Arbeit. Die Messegäste wurden von uns angesprochen oder kamen an den Stand, um sich zu informieren. Neben Flyern zu den Konflikten, verteilten wir auch Lesezeichen und Buttons. Viele Menschen waren erfreut, dass sich nach langer medialer Abstinenz wieder um den Sudan bemüht wurde. Unsere Petition an Frau Merkel wurde 335 mal unterschrieben und kann unter folgendem Link auch noch online unterzeichnet werden:

Online-Petition

Infomaterialien über den Sudan können unter aktionen@gfbv.de kostenlos bestellt werden.

Ein besonderer Blickfang am Stand war ein Plakat im Design des sozialen Internetnetzwerks Facebook. Bei Facebook können sich Privatpersonen auf einer selbst gestalteten Seite vorstellen und sich mit Freunden vernetzen. Wir haben uns dieses bekannte Design zu nutze gemacht, und bildeten auf dem oben genannten Plakat den sudanesischen Präsidenten Omar Hassan-Al Bashir ab. Da es sich hier um ein Profil nach unseren Vorstellungen handelte, nannten wir es Fakebook. Vor allem junges Publikum blieb stehen und konnte so für die Probleme im Sudan sensibilisiert werden. Auch Vertreter anderer Organisationen begeisterten sich für diese moderne Form von Aufklärung und nahmen den dazugehörigen „Fakebook-Flyer“ mit. Vielleicht werden in Zukunft auch andere Menschenrechtsverletzungen auf diese Art publik gemacht.

Ab dem zweiten Messetag unterstütze uns Ulrich Delius, Afrika-Referent der GfbV, an unserem Stand und konnte vielen Menschen, die sich tiefergehend mit der Thematik beschäftigen wollten, einen guten Input geben.

Da sich die Wetterlage ungünstig gestaltete und es dauerhaft regnete, waren die Messehallen stark besucht. Somit wurde auch der Andrang an unserem Stand zum Samstag hin größer. An diesem Tag kam unser Gast  Akino aus dem Südsudan an und beteiligte sich ebenfalls an unserer Informationsarbeit.

Schließlich endete dieser für uns recht erfolgreiche Kirchentag mit unserem Podiumsgespräch auf der Bühne unserer Austellungshalle. Ulrich Delius und Akino informierten eine Stunde lang über die Problematik im Südsudan und zeigten die dortigen Probleme auf. Akino berichtete außerdem von seinem eigenen Schicksal, der Verwundung im Bürgerkrieg (1955-2005). Inzwischen lebt er in Deutschland, reist aber öfter in den Sudan, um sich selbst ein Bild der dortigen Lage zu machen.

Rückblickend kann ich nur hoffen, dass sich in Aussicht auf die im kommenden Januar stattfindende Volksabstimmung zur Unabhängigkeit des Südsudans unsere Bemühungen gelohnt haben, dass wir noch mehr Menschen erreichen können, und dass unsere Petition die Bundesregierung wieder auf den Kurs bringt sich für dauerhaften Frieden im Sudan unter Wahrung der Menschenrechte einzusetzen.

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