Erfolg! Marokko lässt drei inhaftierte Menschenrechtler frei

Foto Ali Salem Tamek von www.flickr.com/ saharauiak19. Mai 2010

Ein marokkanisches Gericht hat am 18.Mai drei der sechs in Marokko inhaftierten sahaurischen Menschenrechtler auf Kaution freigelassen.
Saleh Bouih, Rachid Sghir und Yahdih Terroussi sind nun vorläufig frei – dagegen müssen die Anderen, unter ihnen auch unser Partner Ali Salem Tamek, mit dem wir 2006 eine längere Tour durch das politische Berlin machten, weiter auf die Entscheidung eines Militärgerichts warten.

Die sechs sahaurischen Aktivisten waren am 18. März in den Hungerstreik getreten und hatten diesen erst nach 41 Tagen beendet, nachdem die marokkanische Regierung ihnen zugesichert hatte, sie auf Kaution freizulassen.

Die GfbV hatte in Pressemitteilungen, Kampagnenblättern und auf ihrer Homepage wiederholt auf die Situation der im Gefängnis Salé inhaftierten sahaurischen Menschenrechtler aufmerksam gemacht und an sie erinnert.

Mit ihrem Hungerstreik wollten die sechs Menschenrechtler gegen ihre Inhaftierung protestieren. Denn ihr einziges „Verbrechen“ war, sich für die Menschenrechte in der Westsahara einzusetzen. Ihre ohnehin schlechte gesundheitliche Verfassung, hatte sich durch den Hungerstreik massiv verschlechtert.
Die sechs Aktivisten wurden am 8. Oktober 2009 auf dem Flughafen von Casablanca von marokkanischen Sicherheitskräften abgeführt, als sie von einem Besuch der Flüchtlingslager ihrer Landsleute in Südalgerien zurückkehrten. Am 15. Oktober überwies ein Richter in Casablanca ihr Verfahren an ein Militärgericht. Es drohte ihnen jahrelange Haft.

Eine weitere Aktivistin aus der Gruppe, Degja Lachgar, wurde bereits am 28. Januar 2010 nach einem zehntätigen Hungerstreik vorläufig freigelassen. Weniger Tage später begannen die sechs verbliebenen Gefangenen ihren Hungerstreik.

Die Westsahara ist seit 1975 trotz vieler UN-Resolutionen noch immer zu 80 Prozent völkerrechtswidrig von Marokko besetzt. Seitdem sind mehr als 500 Sahrauis unter marokkanischer Besetzung „verschwunden“. Mindestens 32 Sahrauis sind derzeit aus politischen Gründen in Marokkos Gefängnissen inhaftiert. Etwa 165.000 ursprüngliche Bewohner der Westsahara leben heute im südalgerischen Tindouf im Exil.

Erklärung der sechs Menschenrechtler nach der Beendigung des Hungerstreiks:
Wir möchten bekannt geben, dass wir beschlossen haben, unseren Hungerstreik am Dienstagabend, den 27. April 2010 zu beenden, nachdem wir nun – nach vielen Gesprächen und Treffen während der beiden letzten zwei Wochen unseres Streikes – Zusicherungen der marokkanischen Regierung erhalten haben.

Und wir merken an, dass der Gesundheitszustand unserer Gruppe durch den Hungerstreik in Mitleidenschaft gezogen wurde. Viele leiden unter den damit verbundenen Komplikationen, einige haben chronische Krankheiten.

Zu guter Letzt möchten wir allen internationalen Verfechtern der Demokratie, den Menschenrechtsorganisationen, Regierungen, Parlamenten und allen anderen Organisationen
danken, die uns in diesem Kampf für unsere Rechte und Würde unterstützt haben. Ebenso möchten wir den sahaurischen, politischen Gefangenen in Marokko für ihre solidarische Beteiligung an unserem Hungerstreik danken.

Gezeichnet, die Verteidiger der sahaurischen Menschenrechte / politische Häftlinge:

Brahim Dahane: Häftlingsnummer: 50014
Ali Salem Tamek: Häftlingsnummer: 50010
Ahmed Nasiri: Häftlingsnummer: 50015
Yahdih Tarouzi: Häftlingsnummer: 50012
Saleh Labihi: Häftlingsnummer: 50011
Rashid Sghir: Häftlingsnummer: 50013

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