WM-Fieber und Afrika-Engagement

Veranstaltungsbericht: Die GfbV beim Africa-Festival: 21. bis 24.Mai

Das sonnige Pfingstwetter lockte tausende Besucher zum Africa-Festival auf die Mainwiesen in Würzburg. Vom 21. bis 24. Mai 2010 fand dort das größte Festival in Europa für afrikanische Musik und Kultur statt. Mit einem Informationsstand in der Bambushalle war auch die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vertreten und konnte viele Interessierte für ihren Verein und ihre Menschenrechtsarbeit begeistern.

Kampf der San für die rechtliche Anerkennung ihres Wissens um Heilpflanzen

Anlässlich des Schwerpunkts des Africa-Festivals auf Südafrika und anlässlich des „Tags der Biodiversität“ am 22. Mai 2010 informierten wir über den Kampf der San für die rechtliche Anerkennung ihres Wissens um Heilpflanzen. Die San-Ureinwohner sind in Botswana und Südafrika zu Hause. Um das Thema am GfbV-Stand etwas anschaulicher zu machen, brachten wir eine kaktusähnliche Hoodia-Pflanze mit. Denn Pharma-Unternehmen wollen diese traditionell von den San genutzte Pflanze benutzen, um appetithemmende Diätmittel zu entwickeln. Nach dem Motto „unser Wissen ist keine Ware“, wehren sich die San wie auch viele andere indigene Völker, die von ähnlichen Problemen betroffen sind, gegen die Gier großer Konzerne. Sie wollen selbst darüber entscheiden, wer ihr seit Jahrhunderten überliefertes Wissen wie nutzen darf. Zwar gleicht ihre Heimat mit einer Fülle von Heilpflanzen einem Natur-Supermarkt. Doch dieser Biodiversität droht der Ausverkauf, wenn die Nutzung dieser Ressourcen und Erfahrungen nicht geregelt wird. Forscher reisen im Auftrag von Pharma-Unternehmen selbst in weit entlegene Rückzugsgebiete der Ureinwohner, um Pflanzen patentieren zu lassen. Heilpflanzen, die seit Generationen traditionell von der gesamten Bevölkerung genutzt werden, sollen zukünftig nur noch bestimmten Unternehmen vorbehalten sein, um damit Profit zu machen. Das Engagement der San gegen die Patentierung dieser Medikamente steht beispielhaft für die Bemühungen indigener Völker um die Erhaltung der Biodiversität.

Frieden im Sudan. Jetzt!

Auch der Sudan war ein wichtiges Thema unseres Standes. Unterstützt durch vielfältige Informationsflyer, Lesezeichen und Buttons der „Frieden im Sudan. Jetzt!“-Kampagne machten wir die Besucher auf die noch immer schlechte Lage in Darfur und im Süd-Sudan aufmerksam. Ein Blickfang war hier das Plakat eines „Fakebook“-Profils des sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al Bashir. In Anlehnung an das soziale Netzwerk Facebook, erstellten wir einen fiktiven Account des Diktators.

Gleich hundertfach unterstützt wurde unsere Petition an Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich dafür einzusetzen, dass die für den Völkermord in Darfur Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und die Vertriebenen in ihre Heimat zurückkehren dürfen. Weiter wird darin um ihr Engagement gebeten, sich dafür einzusetzen, dass Deutschland und Europa sich um einen verstärkten Schutz der Zivilbevölkerung vor Gewalt bemühen. Wir bedanken uns bei den etwa 500 engagierten Unterzeichnern dieser Petition auf dem Africa-Festival. Unter folgendem Link können auch Sie sich noch online and der Petition beteiligen .

WM-Fieber und Afrika-Engagement

Besonders erfreut hat uns das Lob, unsere Arbeit sei ein ausgleichender Pol zum bunten WM-Fieber, das allerseits herrschte. Insbesondere Afrika-Kenner, die diesen Kontinent selbst schon einmal bereist hatten, empfanden unsere Kritik und Aufklärungsarbeit als sinnvoll, um „im WM-Wahn die aktuellen Probleme Afrikas nicht aus den Augen zu verlieren“.

Wir bedanken uns bei allen interessierten Besuchern, die wir informieren und für die Arbeit der GfbV begeistern konnten. Es ergaben sich sehr nette und interessante Gespräche. Ganz besonders hat uns auch das Erscheinen einiger Mitglieder unseres Vereins gefreut. Es war schön, viele von ihnen einmal kennengelernt zu haben und hoffen, sie auf zukünftigen Mitgliederversammlungen vielleicht wiederzusehen. Einen herzlichen Dank möchten wir auch den Organisatoren des Festivals aussprechen, dass wir auch beim 22. Africa-Festival wieder dabei sein durften.

Sicherlich werden die afrikanischen Eindrücke, Klänge, Künste und Speisen den diesjährigen Gästen des Africa-Festivals noch lange in Erinnerung bleiben. Bei nicht wenigen schürten diese Eindrücke die Vorfreude auf die bevorstehende Weltmeisterschaft. Für die GfbV steht jedoch fest, dass das kontinuierliche Engagement für Afrika weiterhin immens wichtig bleibt – vor, während und vor allem auch nach der WM!

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