Zensur in Kirgisien läßt Gerüchteküche brodeln

Schon am 11. Juni sorgte die kirgisische Interimsregierung dafür, dass usbekisch-sprachige Medien im Süden des Landes abgeschaltet wurden. Osh TV und Mezon TV waren davon betroffen, die staatlichen Medien KTR und EL-TR spielen die Zahlen herunter.

Am 14.6. veröffentliche die Pressestelle der Regierung eine Erklärung, in der die Medien aufgefordert werden, nur die Regierungszahlen zu verbreiten. Auch sollen die Gewalttaten nicht als „inter-ethnisch“ bezeichnet werden, da klar sei, dass es um einen politischen Kampf gehe. Gerade die usbekischen Opfer der Pogrome fühlen durch solche Maßnahmen verraten.
Die Verharmlosung verärgert und verletzt die Betroffenen. Außerdem dient sie nicht der Aufklärung der Verbrechen bzw. aller offenen Fragen – wie zum Beispiel der Frage nach den tatsächlichen Hintermännern, nach den Tätern und den tatsächlichen Opferzahlen. Die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay hat unterdessen gemeldet, die „Gewaltakte scheinen fein abgestimmt, gezielt und gut geplant zu sein.“ Verhaftete Verdächtige aus Tadschikistan, Afghanistan und Kirgisien hätten bei ihrer Festnahme ausgesagt, im Auftrag von Bakijew Anhängern gehandelt zu haben, so offizielle Regierungsstellen. So lange unabhängige Informationen nicht frei gesammelt und ausgewertet werden können, wir die Gerüchteküche weiter brodeln. Die Bewohner in der Region sind verängstigt und ein weiterer Gewaltausbruch wird so nicht abgewendet.

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