Srebenica: Die Witwen klagen an!

Das Zentrum für Politische Schönheit wird eines der ungewöhnlichsten Memorial-Projekte des angebrochenen Jahrhunderts realisieren. Mit der offiziellen Unterstützung der Gedenkstätte Potocari-Srebrenica und der Mütter von Srebrenica (rund 6.000 Hinterbliebene). Das schlimmste Massaker auf europäischem Boden nach dem Zweiten Weltkrieg, „Srebrenica“, jährt sich 2010 zum 15. Mal.

Das Zentrum für Politische Schönheit sieht in der Abwendung von Genoziden und im militärischen Schutz von Zivilbevölkerung die Schlüsselfrage des 21. Jahrhunderts heraufziehen. Das Hauptangriffsziel der neuen Kriege seit 20 Jahren ist die Zivilbevölkerung. Das ZPS streitet deshalb für ein Neuverständnis von „human security“.

Um den politischen Willen der Bevölkerung zu erkunden, wurden dazu Vorstudien in einem Zeitkapsel-Versuch konserviert. Fraktionsvorsitzende verkündeten bei Aktionen regelmäßig „Genozid-Sturmwarnungen“. Krematorium II und III erinnert an die Tatsache, dass die Hochöfen im Vernichtungslager Auschwitz von den Alliierten nicht bombardiert wurden. Die bislang größte Intervention ging den Hintergründen des militärischen Falls der sog. „Schutzzone“ Srebrenica nach. Und Die Überläufer spielt am Tag (im Jahre 2032), an dem das chinesische Parlament den Rückzug seiner UNO-Truppen aus Afrika beschliesst und damit die Schleusen zu einem Massensterben nie dagewesenen Ausmaßes öffnet.

Das ZPS thematisiert in allen Arbeiten die mangelnde politische und militärische Bereitschaft, Zivilisten aktiv zu schützen und gegen die Ungeheuerlichkeit genozidaler Kriegsführung auch 65 Jahre nach dem Holocaust entschlossen vorzugehen.

Das Schweigen von Intelligenz, Presse und Politikern in der Frage, was wir gegen Genozide zu unternehmen gedenken, führt dazu, dass die Verhinderung von Genoziden im Ernstfall wieder nebenher oder aus Versehen entschieden wird. Die Frage, ob und was wir gegen Genozide zu tun bereit sind, muss von einer breiten Öffentlichkeit jetzt diskutiert werden – bevor es zu spät ist. Das ZPS versucht, diese Diskussion mit aktionskünstlerischen Mitteln herzustellen.

Das Zentrum für Politische Schönheit geht davon aus, dass das 21. Jahrhundert das genozidalste Jahrhunderts in der Weltgeschichte werden wird. In Afrika und Asien wird es zu Opferzahlen kommen, die das 20. Jahrhundert weit in den Schatten stellen. Dabei ist der Anteil von Zivilisten unter den Konfliktopfern von zehn Prozent zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf 80 bis 90 Prozent angewachsen.

Genozide finden seit einigen Jahren erneut in medialen Black-Out-Sektoren statt (Demokratische Republik Kongo: fünf Millionen Tote seit 1996). Das Rom-Statut des Internationalen Strafgerichtshofs (2002) erklärt in Artikel 30 (Abs. 3), dass das Wissen um genozidale Vorgänge und das Ausbleiben entsprechender Gegenmaßnahmen seitens einer Regierung das Verbrechen des Genozids bereits darstellt.

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