Burma: Zwangsumsiedlungen ethnischer Minderheiten stoppen

Die Militärjunta Burmas plant, mehr als 30 Staudämme zu errichten. Für die ethnischen Minderheiten im Land werden diese Großprojekte massive Nachteile bringen. Die Militärjunta hingegen erzielt Gewinne durch den Verkauf des produzierten Stromes ans Ausland, gibt diese jedoch nicht an die Bevölkerung weiter. Die kulturellen Folgen für die ethnischen Minderheiten sind verheerend. Zehntausende Angehörige ethnischer Minderheiten müssen wegen der gigantischen Staudammprojekte zwangsumgesiedelt werden. Sie verlieren ihre historisch bedeutenden kulturellen Stätten und damit ihre Identität als ethnische Gruppe. Eine Entschädigung für das Land und ihre Häuser wird meist nicht gezahlt. Beim Bau dieser Staudämme werden mit großer Sicherheit Zwangsarbeiter eingesetzt. Kaum absehbar sind außerdem die ökologischen Folgen der Aufstauung der Flüsse. Der Artenreichtum an Landtieren, Fischen und Pflanzen wird massiv zurückgehen. So wird den Fischern die Lebensgrundlage entzogen, und die am Unterlauf der Flüsse lebenden Bauern werden unter dem Wegfall alljährlich auftretender Überschwemmungen leiden, die den Boden fruchtbar machen.

Akut sind 10.000 Angehörige des Volkes der Kachin durch den Bau des Myitsone Staudamms bedroht, die für das Projekt ihre Heimat verlassen sollen. Mehr als 760 Quadratkilometer – das entspricht der Fläche Hamburgs – fruchtbaren Ackerlandes und Waldes sollen für den Bau des Mega-Staudamms geflutet werden. Die Kachin zählen zu den ethnischen Minderheiten in dem von einer Militärdiktatur regierten Vielvölkerstaat Burma. Noch in diesem Monat soll mit der Zwangsumsiedlung begonnen werden. Wenn das Megaprojekt im Jahr 2017 fertig gestellt ist, soll der Staudamm zu den 15 größten der Welt zählen. Der Strom wird jedoch nicht für die heimische Bevölkerung produziert, sondern für China. Das Vorhaben wird von der burmesischen Militärregierung, der China Power Investment Corporation und der China Southern Power Grid Cooperation finanziert. Ökologische Risiken bleiben unberücksichtigt. Der Staudamm soll in einer erdbebengefährdeten Region gebaut werden. Die nahe gelegene Provinzhauptstadt Myitkyina könnte bei einem Dammbruch überflutet werden. Die Ignoranz gegenüber diesen Gefahren und die Behandlung der Kachin sind symptomatisch für den Umgang der Militärjunta mit den ethnischen Minderheiten.

Mehr als ein Dutzend ethnischer Minderheiten in Burma (z.B. Shan, Karen, Chin, Karenni, Rohingya) fordern seit 1948 mehr Rechte. Doch dies wurde ihnen verweigert. Willkürliche Verhaftungen und Erschießungen, Folter, Vergewaltigung, Zwangsarbeit sowie Vertreibungen sind alltäglich in den von den Minderheiten-Völkern bewohnten Bergregionen. Mehr als 700.000 Angehörige ethnischer Minderheiten sind allein in Burma auf der Flucht. Mehrere hunderttausend Menschen haben in den Nachbarländern Zuflucht gesucht.

Bitte appellieren Sie an Piero Fassino, den Sondergesandten für Burma (offiziell Myanmar) der Europäischen Union, für ein Ende der Menschenrechtsverletzungen an ethnischen Minderheiten einzutreten und sich insbesondere für einen Stopp der Zwangsumsiedlungen für die Großprojekte sowie eine angemessene Entschädigung der bereits Betroffenen einzusetzen.

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