Anschlag auf Ahmadinedschad

Mahmud Ahmadinedschad im iranischen TV

Nach Informationen des Arabischen Senders Al Mustaqbal, hat der Iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad einen Anschlag auf seinen Konvoi in der Westiranischen Provinzhauptstadt Hamedan überlebt. Dort hielt er eine Rede, die live im iranischen Staatsfernsehen übertragen worden ist.

Der Anschlag könnte mit der Verfolgung der sunnitischen Minderheit im Land zusammenhängen. Vor allem die Anhänger der belutschischen Organisation Dschundullah, deren Anführer Abdulmalek Rigi vor kurzem nach einem Scheinprozess hingerichtet worden war, könnten in Verbindung mit dem nun erfolgten Anschlag auf den Iranischen Präsidenten stehen.

In den letzten Monaten wurden neben Rigi noch weitere Anhänger der sunnitischen belutschischen Volksgruppe hingerichtet. Zuletzt wurde das sunnitische Oberhaupt des Irans, der Belutsche Abdulhamid Ismael al-Zahi, die Ausreise nach Saudi-Arabien verweigert. Dort sollte al- Zahi an einer „Konferenz der Liga der Islamischen Welt“ teilnehmen. Al Zahi wurde bei seiner Rückkehr in den Iran aus Istanbul, wo er an einer Konferenz teilgenommen hatte, der Reisepass abgenommen. Daraufhin kritisierte Al Zahi öffentlich den Umgang des Iranischen Regimes mit den Sunniten scharf. Er verurteilte vor allem die Hinrichtung von Anhängern des Sunnitischen Glaubens im Iran. Von Al Zahi wurde auch die Niederschlagung der friedlichen Proteste durch Ahmadinedschad kritisiert.

Der Anschlag auf Ahmadinedschad könnte aber auch in Relation mit den Bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der kurdischen Gruppierung PJAK, die hin und wieder Anschläge auf Iranische Institutionen verübt und den Iranischen Sicherheitskräften stehen.

Während dessen manövriert der iranische Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad, der am 12. Juni 2009 bei einer umstrittenen Präsidentschaftswahl im Amt bestätigt wurde, sein Land immer weiter in die politische, wirtschaftliche und diplomatische Isolation. Im Juni 2010 verhängten der UN-Weltsicherheitsrat und die EU neue Sanktionen im Atomkonflikt gegen Teheran. Doch Ahmadinedschad führt unbeeindruckt seinen harten innen- und außenpolitischen Kurs fort.

Auch dieser Anschlag zeigt, dass das iranische Regime nicht fest im Sattel sitzt.
Das Regime in Teheran hält tausende Iraner ohne Anklage fest. Mindestens 5.000 Menschen wurden während und während der Niederschlagung der Proteste nach den Präsidentschaftswahlen 2009 festgenommen. Meinungs- und Pressefreiheit sind in der Islamischen Republik faktisch nicht existent. Immer wieder werden Journalisten festgenommen und für viele Jahre eingesperrt. Auch die Welle der Hinrichtungen reißt nicht ab. Am 9. Mai 2010 beispielsweise wurden im Iran fünf Menschen hingerichtet, vier von ihnen waren Kurden.

Mehr Infos:

1)      Spiegel Online

2)      Ajans a Peyamner (3.08.2010)

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