CHILE: Seit 50 Tagen im Hungerstreik

Text: Jelena Bellmer

Seit dem 12. Juli 2010 befinden sich 32 politisch Gefangene Mapuche in fünf Gefängnissen des Landes im Hungerstreik, um sich gegen eine Verurteilung vor dem Militärgericht und der Anwendung des Anti-Terrorgesetzes aus der Zeit Pinochets zu wehren. Sie kämpfen damit für die Rechte ihres Volkes, das seit Jahrzehnten in Chile unterdrückt wird.

Die gesundheitliche Situation der meisten Gefangenen hat sich sehr verschlechtert. Sie haben zwischen 12 und 15 Kilogramm abgenommen und viele leiden unter Dehydrierung, Krämpfen und Ohnmachtsanfällen. Am 23. August wurde beschlossen, die am meisten geschwächten Mapuche zwangszuernähren, was auf starken Widerstand stieß.
Die Ärztin Berna Castro, die die Gefangenen in Temuco untersucht hat, klagt zudem die Haftbedingungen an: Einige Streikende würden vom Tageslicht isoliert, um ihren Widerstand zu brechen und im Gefängnis von Angol seien die Häftlinge geschlagen worden.
Die chilenische Öffentlichkeit jedoch bleibt stumm und auch chilenische Regierungsvertreter äußern sich nicht. Ein Sprecher der Gefangenen sagte nun: „Wenn die Regierung unserer Forderung nicht nachkommt, sind die Streikenden bereit, nicht nur Nahrung, sondern auch Flüssigkeit zu verweigern.“

Die Regionalgruppe Köln der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) informierte am vergangenen Donnerstag in der Kölner Fußgängerzone über die Mapuche in Chile und insbesondere die Situation der politisch Gefangenen im Hungerstreik. Unterschriften wurden gesammelt und Flyer verteilt.

Regionalgruppe Köln der GfbV informiert über die Mapuche in Chile

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