Paulus-Kirche in Tarsus soll wieder für Gottesdienste geöffnet werden

Der Leiter der türkischen Religionsbehörde, Ali Bardakoglu, hat sich in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, die Pauluskirche in Tarsus, dem Geburtsort des Apostels, wieder für Gottesdienste zu öffnen. Diese ist schon seit längerer Zeit ein Streitobjekt zwischen Christen und der türkischen Regierung. 1943 war die Kirche vom Staat konfisziert worden und diente der Armee als Lagerhaus. Derzeit ist die Kirche ein Museum. Zum Paulus-Jahr 2009 war sie bereits vorübergehend für Gottesdienste geöffnet worden, steht aber momentan für religiöse Veranstaltungen nicht zur Verfügung.

Interessanter als die Forderung selbst ist vielleicht die Begründung, mit der Bardakoglu sich für eine Wiedereröffnung der Kirche einsetzt: Gerade im Zusammenhang mit dem Schweizer Minarettverbot sollte die Türkei ein Zeichen setzen und allen religiösen Minderheiten die Freiheit in der Ausübung ihres Glaubens gewährleisten, so der Chef der Religionsbehörde.

Bardakoglu hat bereits im Januar vorgeschlagen, die Kirche wiederzueröffnen, ohne dass Taten gefolgt sind. Damals sagte er, sein Land müsse die Religionsfreiheit achten und etwaige Defizite beseitigen. „Wenn es an einem Ort eine christliche Gemeinde gibt und wenn diese eine Kirche einrichten will, dann müssen wir helfen.“
Die Lage der Christen in der Türkei sieht in der Realität jedoch so aus: Die theologischen Seminare der griechisch-orthodoxen und der armenisch-orthodoxen Christen können seit rund 40 Jahren nicht geöffnet werden, der Bau von Kirchen wird behindert, Morde an christlichen Geistlichen werden nicht geahndet und vom Staat geraubte christliche Länderein werden nicht zurückgegeben.

Hier also von einer zunehmenden Religionsfreiheit und Toleranz zu sprechen, wäre wohl vorschnell geurteilt. Es bleibt zu hoffen, dass die Öffnung der Pauluskirche einer von vielen Schritten ist, Religionsfreiheit in der Türkei zu verwirklichen, denn wenn sich die Lage der türkischen Christen in ihrer Gesamtheit nicht verändert, dann bleibt auch die Wiedereröffnung der Pauluskirche nichts als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die GfbV bietet verschiedene Möglichkeiten, um sich über die Lage der Christen im Nahen Osten zu informieren:

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Das Kampagnenblatt: Türkei – Das Schicksal der syrisch-orthodoxen Christen.

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Das Kampagnenblatt: „Die Türkei: Nicht reif für Europa! Unterdrückung von Kurden und Christen endlich beenden!“ können Sie hier downloaden oder in größerer Stückzahl unter versand@gfbv.de bestellen

Bitte unterzeichnen Sie auch unseren Email-Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Türkei soll der EU-Beitritt so lange verwehrt werden, bis die Minderheitenrechte dort nicht mehr mit Füßen getreten werden!

Quellen:

DiePresse.com Onlineartikel

Radio Vatikan

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