BRASILIEN: Protest gegen Belo Monte

Zwischen Berlin und Brasilia liegen über 9000 Kilometer … warum es dennoch wichtig ist, über das geplante Staudammprojekt Belo Monte im brasilianischen Bundesstaat Para zu informieren und was uns der Regenwald und seine Bewohner angehen …

Der Amazonasregenwald gehört zu den sieben noch existierenden, großen Urwaldgebieten der Welt. Die Urwälder der Erde sind wichtig für uns alle. Warum? Sie regulieren das Klima, weil sie riesige Mengen des an Land gebundenen Kohlenstoffs speichern. Durch die Vernichtung des Waldes wird der Kohlenstoff als CO2 freigesetzt. Dadurch erhöht sich die Konzentration des CO2-Gehaltes in der Erdatmosphäre, was entscheidend zur Verstärkung des natürlichen Treibhauseffekts beiträgt. Die daraus resultierende Erderwärmung gefährdet das Weltklima, denn sie bringt Wetterverhältnisse wie Kälte und Hitze, Trockenheit und Stürme aus dem Gleichgewicht. Brasilien hat den größten Anteil an dem insgesamt rund sieben Millionen Quadratkilometer großen Gebiet des Amazonasregenwaldes.

Posto Leonardo, Yawalapiti, © REBECCA Sommer

Posto Leonardo, Yawalapiti, © REBECCA Sommer

In einem ständigen Kreislauf aus Regen und Verdunstung lagert in Amazonien ein Drittel des gesamten Süßwasservorkommens weltweit. Brasilien zählt aufgrund der Urwaldzerstörung zu den weltweit größten CO2-Emittenten. Der Bau des Belo Monte Staudamms und der nachfolgenden Wasserkraftanlagen führen zur Vernichtung weiterer Flächen des Regenwaldes. Kalkulierbar sind die Ausmaße nur schwer. Aber der Bedarf an Raum ist offensichtlich – nebst der benötigten Fläche für die Anlagen und die angestauten Seen selbst werden zahlreiche Bäume dem Ausbau der Transportwege für die Anlieferung von Baumaterialen sowie für die Errichtung von tausenden Kilometern an Starkstromleitungen zum Opfer fallen. Weiterhin wird für den Ausbau der Infrastruktur (z.B. Wohnungsbauten für die umgesiedelten Bewohner und Zuwanderer) Platz geschaffen werden müssen. Sowohl die umgesiedelten Menschen als auch die Zuwanderer werden gezwungen sein, sich ihre Lebensgrundlage zu sichern. Um Weide- und Ackerland zu bewirtschaften, müssten dafür Waldflächen gerodet werden.
Aus moralisch ethischer Sicht ist die Vernichtung des Lebensraumes der indigenen und nicht indigenen Bewohner nicht vertretbar. Für viele von ihnen werden die Folgen des Baus von Belo Monte das Ende bedeuten. Die Kulturen, die sprachliche Vielfalt sowie die zahlreichen Traditionen und Bräuche der Bewohner des Regenwaldes werden verschwinden.

Tatiana Yawalapiti + Makaquinho, © REBECCA Sommer

Tatiana Yawalapiti + Makaquinho, © REBECCA Sommer

Die Welt wird einen Verlust der sie definierenden ethnischen Vielfalt erfahren.
Rund 1,5 Millionen Indigene aus über 400 verschiedenen Ethnien leben schätzungsweise in Amazonien, davon rund 230 im brasilianischen Teil. Seit Jahrtausenden bevölkern sie den Amazonasregenwald. Es ist ihre Heimat, der es gilt mit Respekt gegenüber zu treten. Die Lebensweise der angestammten Bewohner erfolgt mit der Natur und nicht auf Kosten der Natur. Sie kennen den Wald, seine Pflanzen und Tiere, seine Flüsse, seinen Reichtum. Doch gleich den Indigenen selbst, sind wir, wie vorhergehend dargestellt, auf ein intaktes Ökosystem angewiesen. Die Indigenen sind mit ihrem Wissen für uns die besten Waldhüter, um dieses Ökosystem zu bewahren.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) unterstützt weiterhin die Protestbewegung mit einer Unterschriftenliste gegen das Belo Monte Staudammprojekt. Über deine Unterstützung würden wir uns sehr freuen: Klick hier!

Im Rahmen des FAQ-Berichts über das Belo Monte Staudammprojekt wurden bereits die Fragen beantwortet: was ist das Belo Monte Staudammprojekt, wer sind die Unterzeichner der Abschlusserklärung des Protestcamps von Altamira und die Betroffenen, welche ökologischen und sozialen Folgen hat das Bauvorhaben, warum Belo Monte erst der Anfang ist und welche Alternativen sich Brasilien bieten.

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