Friedensnobelpreis für Pekings Staatsfeind Nr. 1

Spiegel Online beschrieb Liu Xiaobo als Staatsfeind Nr.1. Vor einigen Tagen forderte die GfbV, das Liu Xiaobo den Nobelpreis bekommen müsse. Schließlich ist er ein unbeugsamer Kämpfer für Demokratie und Menschenrechte, der sich zudem für die Rechte ethnischer und religiöser Minderheiten einsetzt. Während der Unruhen in Tibet im März 2008 hatte Liu Xiaobo gemeinsam mit 28 weiteren Autoren in einem Brief das chinesische Staatsfernsehen für seine einseitige Berichterstattung kritisiert, die die Feindschaft zwischen Tibetern und Han-Chinesen noch verschärft habe.

Als wir heute Mittag die Verleihung des Friedensnobelpreises in der GfbV-Facebkookgruppe posteten, gab es viele, denen diese Nachricht besonders gut gefiel. Dazu kam der Kommentar: „Find ich toll! Es wurde Zeit, dass wieder ein Chinese diesen Nobelpreis bekommt. Die Menschen in China, die sich jeden Tag für Menschenrechte friedlich einsetzen, dürfen nicht vergessen werden!“ Der chinesischen Regierung gefällt die Preisverleihung natürlich weniger. Doch einen besseren Auftakt für die GfbV-Mitgliederversammlung, die heute beginnt, kann es gar nicht geben….

Advertisements

2 Gedanken zu “Friedensnobelpreis für Pekings Staatsfeind Nr. 1

  1. Durch den Friedensnobelpreis kann womöglich Druck auf China ausgeübt werden, um Liu Xiaobo frei zu bekommen und einen Hauch Demokratie zu ermöglichen. Jedoch finde ich die Benutzung des Friedensnobelpreises für politische Zwecke nicht gut, denn in den letzten Jahren wurde die Entscheidung lediglich nach politischen Gesichtspunkten gefällt.

    • Genau um diesen politischen Druck geht es ja meines Erachtens. Die Nobelpreis-Verleihung an Willy Brandt war beispielsweise auch politisch und hat ihm innenpolitisch wie global geholfen, seine Entspannungspolitik weiter zu treiben. Und die Verleihung der Preise an Aung San Su Kyi und den Dalai Lama wurden ja ähnlich begründet wie jetzt, auch die Preise für Osttimors Ramos Horta wurden unter politischen Gesichtspunkten getroffen. Letztlich zeigen die genannten Beispiele, dass in der Regel politische Kriterien zugrunde lagen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s