Staatsbesuch Piñeras von Protesten begleitet

Mahnwachen blieben nicht unbemerkt

Foto von Katja Wolff

Nachdem es bereits am Donnerstagabend während der Rede des chilenischen Präsidenten Sebastián Piñeras im Audimax der Berliner Humboldt Universität zu einer protestreichen Kundgebung gekommen war, wurden auch am Freitag Mahnwachen und Demonstrationen veranstaltet. Im Zentrum der Kritik stand auch hierbei die Kriminalisierung des Widerstands der Mapuche gegen die repressive Politik der chilenischen Regierung. Noch immer wendet diese das sogenannte Antiterrorgesetz an, welches bereits während der Pinochet-Diktatur dazu diente, soziale Proteste und Oppositionelle klein zu halten.
Am Freitagvormittag hatte die Deutsch-Chilenische Handelskammer im Berliner Hotel Regent am Gendarmenmarkt ein Unternehmertreffen mitorganisiert. In der Nähe des Hotels hatte die GfbV eine Mahnwache angemeldet. Unter den Teilnehmern waren auch in Deutschland lebende Vertreter der Mapuche-Gemeinschaft. Auf Transparenten und Plakaten forderten wir die Freilassung der nach wie vor inhaftierten politischen Gefangenen aus den Reihen der Mapuche. So machten wir auf gravierende innenpolitische Probleme und Missstände aufmerksam, während die Öffentlichkeit die Rettung der 33 Bergleute feierte.

Anschließend machten wir uns gegen 10:00 vom Gendarmenmarkt auf zum Berliner Platz vor dem Brandenburger Tor, um dort bis 13:00 Uhr eine weitere Mahnwache abzuhalten. Diese zog insbesondere durch eine Performance des in Köln lebenden Künstlers und Vertreters der Mapuche Alex Mora die Aufmerksamkeit auf sich.

Dass die Menschenrechtsaktionen nicht unbemerkt blieben, zeigte sich bereits am Vormittag vor dem Hotel Regent. Mehrere Vertreter der chilenischen Presse interviewten Alex Mora zu den Motiven und Hintergründen der Aktion.
Bemerkenswert schien außerdem, dass sich am Mittag auf dem Pariser Platz offenbar ein Vertreter der chilenischen Botschaft der Diskussion mit den Teilnehmern der Mahnwache stellte. Dies kann insofern als Erfolg gewertet werden, als der Widerstand gegen die Repression und Kriminalisierung der Mapuche durchaus wahrgenommen wurde.

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