Filmtipp: La isla – Archive einer Tragödie

Text: Susann Bendix

Die GfbV Berlin möchte Sie auf einen bemerkenswerten Dokumentarfilm hinweisen, der morgen Mittwoch, den 10.11.10, 20 Uhr im Moviemento Berlin-Kreuzberg gezeigt wird.

Armee und Polizei verschleppten und ermordeten in Guatemala zwischen 1960 und 1996 hunderttausende Menschen, von denen rund 80% Mayas waren, die Nachkommen der Ureinwohner Guatemalas. Dieser beispiellose Völkermord in der jüngeren Geschichte Amerikas bleibt bislang ungesühnt. Ein System von Terror und Straflosigkeit setzt bis heute auf Schweigen und Mangel an Beweisen. Doch im Jahre 2005 wurde nach einer gewaltigen Explosion in der Hauptstadt von Guatemala zufällig das geheime Archiv der Nationalpolizei gefunden. Auf dem Gelände der heutigen Polizeischule lag früher die Insel, ein geheimes Gefängnis gefürchteter Kommandos der Policia Nacional. Und hier tauchten Millionen Dokumente auf…

36 Jahre Krieg, der Völkermord an den Mayas. Der Film „La isla“ macht dies öffentlich. Die Verbrechen an den Indigenen haben so deutliche Spuren in der Gesellschaft hinterlassen, dass nahezu jede guatemaltekische Familie in irgendeiner Weise von den Ereignissen betroffen ist. Im Archiv der Nationalpolizei beginnt die Vergangenheitsbewältigung. Der Regisseur Uli Stelzner ist der bisher einzige Filmemacher, der in diesem Archiv drehen durfte und es gelingt ihm, mittels außergewöhnlicher und emotionaler Bilder die Geschichte dieser Tragödie nachzuzeichnen.

Der Film gewann im Mai diesen Jahres auf dem Münchener Dokumentarfilm Festival DOK.fest den „Silverdocs“-Preis.

Weitere Informationen hier

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