Neue Staudammprojekte in Chile

IIn Chile sehen die Mapuche ein weiteres Mal durch Staudammprojekte ihre Rechte bedroht. So plant nach Aussagen der betroffenen Anwohner zum einen das spanische Unternehmen ENDESA den Bau eines Wasserkraftwerks auf dem Territorium der Mapuche Pehuenche in der Region Alto Bío Bío in der Gemeinde Cauñicú.
Die Mapuche Pehuenche weisen auf ihre schlechten Erfahrungen hin, die sie bisher mit ENDESA gemacht haben, denn sie waren bereits die Leidtragenden der Staudämme Pangue, Ralco und Angostura. Diese sind Teil eines insgesamt 6 Staudämme umfassenden Megaprojekts, mit dem ENDESA den Bío Bío zum wichtigsten Energielieferanten Chiles machen will. Der Bau der Wasserkraftwerke ging einher mit Drohungen, Vertreibung und Landenteignung. Dies stellte einen Verstoß gegen die ILO 169 dar, nach welcher die betroffenen indigenen Gemeinden zur Realisierung des Projektes hätten konsultiert werden müssen.
Die Mapuche Pehuenche sehen nun durch den Bau des neuen ENDESA-Staudamms in der Region Cauñicú erneut ihre kollektiven und individuellen Rechte in Gefahr. Daher haben sie ein Kommuniqué veröffentlicht, in welchem sie sich geschlossen gegen den Bau des Wasserkraftwerks aussprechen.

Ein weiteres Staudammprojekt mit dem Namen „Central Maqueo“ plant die Firma Trayenko, Tochterfirma des norwegischen Energiekonzerns SN Power, in den Gemeinden Futrones und Lago Ranco. Am 27. und 28. November fand aus diesem Anlass in der Stadt Llifén ein Treffen der Mapuche aus den beiden betroffenen Kommunen statt. Die Vertreter der Mapuche Huilliche trafen zusammen, um sich über die befürchteten sozialen, kulturellen und ökologischen Auswirkungen auszutauschen, die der Bau des Maqueo-Staudamms mit sich bringen würde. Resultat des Treffens war ein Papier mit sechs Punkten, in dem das Projekt entschieden zurückgewiesen wird. Die Mapuche verurteilen die Invasion ihres Territoriums durch Trayenko und werfen dem Unternehmen die Verletzung ihrer kollektiven und individuellen Rechte vor. Sie fordern die regionalen und nationalen Autoritäten Chiles zur Einhaltung der der ILO 169 auf, in der die Territorialrechte der indigenen Gemeinschaften und die Rechte über ihre natürlichen Ressourcen verbrieft sind. Zudem weisen sie den norwegischen Staat auf den Verstoß gegen die Menschenrechte und insbesondere die indigenen Rechte hin, die SN Power durch das Maqueo-Projekt zu verantworten hat. Norwegen ist einer der wenigen europäischen Staaten, die ILO 169 selbst ratifiziert hat.

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