Alternativer Nobelpreis für Erwin Kräutler

Foto: Katholische Kirche Voralberg

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Am vergangenen Montag, dem 6. Dezember 2010, wurde dem aus Österreich stammenden Bischof Erwin Kräutler in Stockholm der Alternative Nobelpreis, der Right Livelihood Award 2010 überreicht. Mit dieser Auszeichnung wird Kräutler für sein unermüdliches Engagement für die Amazonasregion Brasiliens, insbesondere für die dort lebende indigene Bevölkerung, geehrt.
Der Befreiungstheologe Kräutler ist Präsident des Indianermissionsrates der Bischofskonferenz Brasiliens CIMI, dem wichtigsten Sprachrohr der Indigenen Brasiliens, und seit 1980 Bischof der flächenmäßig größten brasilianischen Diözese Xingu. Seit mehr als vierzig Jahren kämpft Kräutler gegen die Zerstörung des Amazonasgebietes und für die Rechte der indianischen Bevölkerung Brasiliens. Als Präsident der CIMI hatte er sich Ende der 80er Jahre erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Rechte der indigenen Bevölkerung in der brasilianischen Verfassung festgeschrieben wurden. Auch persönliche Risiken hat er in seinem Jahrzehntelangen Einsatz für Bewohner und Umwelt der Amazonasregion nicht gescheut. Nach mehreren Anschlägen auf ihn und seine Mitarbeiter steht der derzeit unter Polizeischutz. Nun ist Dom Erwin, wie er in Brasilien genannte wird, für sein Lebenswerk im Dienste der Menschenrechte geehrt worden.
Auch gegen das vom scheidenden Präsidenten Inácio „Lula“ da Silva Bewilligte und von seiner im Januar 2011 antretenden Nachfolgerin Dilma Rousseff weiter vorangetriebene Staudamm-Projekt Belo Monte am Xingu-Fluss im Amazonasgebiet äußerte Kräutler von Anfang an scharfe Kritik. Seither unterstützen der „Amazonas-Bischof“ und der CIMI mit großem Engagement den Protest der indigenen Bevölkerung der Region gegen das Projekt. Etwa 500 km² Regenwald und Anbauflächen sowie ein Drittel der Stadt Altamira würden durch den Belo Monte Staudamm überflutet. In der Region lebende Ureinwohner müssten gegen ihren Willen umgesiedelt werden. Für Kräutler käme dies einem Anschlag auf die Menschen und die Umwelt des Amazonasgebietes gleich. Nach Plänen der Betreiber jedoch soll der Belo Monte Staudamm bis 2015 gebaut werden. Auch Dilma Rousseff ist eine überzeugte Verfechterin des Projekts. Der Protest scheint demnach auch für Bischof Kräutler noch lange nicht zu Ende.
Die GfbV hatte dem CIMI im Jahr 2009 für seine „vorbildliche Hinwendung“ zu der indigenen Bevölkerung Brasiliens ihren Victor-Gollanz-Preis für Menschenrechte verliehen und begrüßt die Auszeichnung Kräutlers durch den Right Livelihood Award 2010 sehr.

 

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