A lost generation! Film zu in Deutschland geborenen Roma-Kindern

Vor einiger Zeit setzte sich die GfbV für in Deutschland lebende Roma-Kinder ein, die akut von der Abschiebung in den Kosovo bedroht waren. Hier gibt es einen sehr interessanten Film, der über die Dekade der Roma Inklusion gepostet wurde: „A lost generation“. Die Filme sind auf der Webseite des Regisseurs zu entnehmen. Man kann im weiteren auch lesen, was im Kosovo selbst den Roma passiert. Dazu im Weiteren ein Interview mit dem kosovarischen Innenminister….


Dabei leugnet dieser das Elend der Roma im Kosovo. ProAsyl! wies jetzt auf sein Interview in der FAZ hin: Einen nachvollziehbaren EU-Schmusekurs fährt der kosovarische Innenminister Bajram Rexhepi in einem Interview mit der Frankfurt Allgemeinen Zeitung am 29. Dezember 2010. Er versteigt sich zum Appell an die Regierungen Bosniens und Albaniens, ihren Bürgern deutlich zu sagen, dass Reisefreiheit in die EU-Staaten nicht die Freiheit bedeute, dort Asyl zu beantragen. Diese Zeiten seien auf dem ganzen Balkan vorbei. Insbesondere habe kein Bürger des Kosovos Grund, politisches Asyl zu beantragen. Regelrecht denunziert werden die Roma mit einer sarrazinisch anmutenden Eingangsfloskel: „Ich will niemanden angreifen, aber wenn beispielsweise Roma von Menschenrechtsorganisationen zu ihren Lebensbedingungen im Kosovo gefragt werden, behaupten sie oft, diese seien sehr schlecht – ganz gleich, was wir ihnen bieten“. Auf die Nachfrage der FAZ, viele abgeschobene Roma gerieten im Kosovo doch tatsächlich in eine prekäre Lage, wird auf die prekäre Situation der Roma und anderer Minderheiten in keiner Weise eingegangen, lediglich die Reintegrationsprobleme von Jugendlichen und Kindern, deren Eltern vor vielen Jahren das Kosovo verließen, werden erwähnt, allerdings zum – bloß nicht über Nacht – lösbaren Problem erklärt. Selbst in entwickelten europäischen Ländern dauere eine erfolgreiche Integration Jahre. Zu verweisen ist an dieser Stelle auf die vielfältigen Berichte internationaler Organisationen, die darauf hinweisen, dass es neben der Verabschiedung papierener Absichtserklärungen und Reintegrationsstrategien seit langem keine substantiellen Verbesserungen gibt. Wer den UNICEF-Bericht zur Situation abgeschobener Kinder und Jugendlicher zur Kenntnis genommen hat, wird auch die Darstellung von deren Reintegrationsproblemen à la Rexhepi bagatellisierend finden. Für viele abgeschobene Kinder gibt es im Kosovo keine schlechte Schule, sondern gar keine. Die ganze Ranschmeiße dient einerseits dem Weg des Kosovo zur Visumfreiheit, ist aber auch weitergehende Unterwerfungsgeste des finanziell am Tropf hängenden Staates. Der lebt z.Zt. in großem Maße von den Überweisungen der im Ausland lebenden Staatsbürger – ob regulär oder irregulär. Hatten andere Regierungsvertreter dies noch öffentlich gelegentlich anzudeuten gewagt und vorsichtig als Argument gegen verstärkte Abschiebungen eingebracht, so gibt es für den jetzigen Innenminister offenbar keine Alternative zur Demutgeste.

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