Demonstration in Neu-Delhi

Derzeit finden Beratungen im indischen Parlament zum Thema Haushalt statt. Heute, am zweiten Tag der Beratungen, gab es eine Demonstration des nationalen Koordinationskomites aller Gewerkschaften, zu denen auch die Bewegung der Adivasi-Waldarbeiter gehört.

Führer der organisierten Gewerkschaften und anderer Bewegungen der Arbeiter hatten ihre Mitglieder aus ganz Indien aufgefordert, nach Neu Delhi zu reisen. Die Organisatoren sprachen von 500,000 Teilnehmern, die sich am Jantar-Mantar im Zentrum der Hauptstatt zusammenkamen. Sie erhoben ihre Simme gegen Inflation, Arbeitslosigkeit, Sub-Unternehmertum, Nichteinhaltung von Arbeitsrecht und gegen die Umschichtung vom öffentlichen Sektor in die Privatwirtschaft. Es war eine bunte Mischung von Bankangestellten aus Mumbai, IT-Experten aus Bangalore, Bauern aus Hariyana und Adivasi und WaldarbeiterInnen aus dem Tribalbelt.

James Albert, Indienreferent der GfbV, der sich in Delhi befindet, begab sich dorthin, um die Vetreter der Adivasi und WaldbewohnerInnen nach den Gründen ihrer Teilnahme zu befragen. Sie haben sich unter dem Namen „National Forum of Forest People and Forest Workers“ (NFFPFW) formiert und schlossen sich sich einer „New Trade Union Initiative“ (NTUI) an. Sie erzählten, dass sie heute aus 5 Regionen angereist waren: Shivalik Forest Ranges, Sonbhadra Forest Region, Saharanpur, und Rewa; alles Gebiete im Zentral- und Nordosten Indiens.

Sie sind vom Stamm der Santals, Gond und Tharu, und Waldbewohner. Sie pochen auf die Einhaltung der Beschlüsse des „Forests Rights Act“ (FRA)von 2006. Ihr Führer Munnilal sagt: „Indien erhielt seine Unabhängigkeit im Jahre 1947. Wir, die Waldbewohner haben unsere Freiheit erst am 16. Dezember 2006 erhalten, als das Parlament den „Scheduled Tribes and other Forest Dwellers Recognition of Rights Act 2006″ verabschiedete. 24% der Landfläche Indiens wird vom FRA erfasst. Bis 2006 hatte man uns einfach nicht wahrgenommen. Nun wollen wir, dass unsere Rechte nicht durch Sonderverordnungen hintergangen werden.“

Drei Frauen aus Sonbhadra ergriffen das Wort:

Sie demonstrierten ihre Zugehörigkeit zu ihrer Kultur, indem sie Pfeil und Bogen hochhielten. „Auch in der täglichen Arbeit stehen wir in vorderster Front“ sagten sie. „Den Wald zu erhalten war unsere traditionelle Lebensweise. Die Politiker wollen den Wald kommerzialisieren, um daran zu verdienen, uns wollen sie vom Wald verdrängen und den Wald in die Obhut privater Unternehmer uebergeben.“ M.J. Vijayan vom „Delhi Forum“ erklärte James Albert die trickreichen Winkelzüge der Administratoren. Es gebe Projekte wie CDM („Clean Development Mechanisms“) und REDD („Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“). Um ein Beispiel zu geben: „Hat TATA eine Fabrik in den USA, in der Abgase anfallen, erwirbt TATA eine Waldflaeche von der indischen Regierung, welche sie in der Zukunft verspricht zu pflegen, um die Umweltverschmutzung ihrer Fabrik zu kompensieren. Weil nun der Wald der Firma TATA gehoert, darf sie die Waldbewohner von „ihrem“ Wald entfernen. Dies ist die Idee hinter CDM. Klimaschutz und Kohlendioxid-Abkommen sind die neuen Begriffe, mit denen die Regierung ihre kommerziellen Absichten verschleiert.“

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