„Revolutionären Euphorie“ auch im kleinen Emirat Bahrain!

Nach Tunesien und Ägypten sind auch die Menschen in Bahrain von der „revolutionären Euphorie“ in der arabischen Welt erfasst. Sie gehen seit Tagen auf die Straße und fordern einen politischen Wandel sowie soziale Reformen.Seit Beginn der Proteste Mitte Februar kamen immer wieder Demonstranten ums Leben, das Ausmaß der Gewalt ist erschütternd! Am 14. Februar löste die Polizei gewaltsam eine friedliche Demonstration im Dorf Dija östlich von Manama auf. Zahlreiche Menschen wurden verwundet und ein junger Demonstrant starb an den Verletzungen. Bei seiner Trauerfeier am 15. Februar schossen Sicherheitskräfte in die Menge und töteten einen weiteren Demonstranten. Neben Demonstranten und Oppositionellen werden auch Sanitäter, Ärzte und Hilfe leistende Personen mit rücksichtsloser Brutalität von bahrainischen Sicherheitskräften nieder geprügelt. Seit Beginn der Proteste wurden mindestens acht Personen getötet und über 200 verletzt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) befürchtet eine Zunahme von Gewalt gegen die schiitische Volksgruppe von Bahrain.

Am Abend des 22. Februar 2011 demonstrierten in der Hauptstadt Manama Zehntausende Oppositionsanhänger auf dem Platz der Perle – die größte Protestmenge seit Beginn der Unruhen in Bahrain vergangene Woche. Lautstark forderten sie den Rücktritt von König Hamad. Besonders die Mehrheitsbevölkerung der Schiiten ist unzufrieden. In Bahrain leben etwa eine Million Menschen. Davon 81 Prozent Muslime, von denen sich circa 70 Prozent als Schiiten und rund 30 Prozent als Sunniten bezeichnen. Doch obwohl die Schiiten die Mehrheit der Bevölkerung stellen, sind sie politisch kaum vertreten. Das kleine Land wird von einer sunnitischen Herrscherdynastie geführt, das seit über 200 Jahren an der Macht ist. Angehörige der schiitischen Religionsgemeinschaft können keine politischen Ämter inne haben und sind auch bei wirtschaftlichen Positionen diskriminiert. So soll es bei den Parlamentswahlen im Oktober 2010 nach Angaben der Opposition zu Wahlfälschungen gekommen sein und Angehörige der Schiiten gewaltsam von der Wahl abgehalten worden sein.

1999 hat König Hamad ibn Isa Al Chalifa politische Reformen versprochen. Leider ist es bei diesen Versprechungen geblieben. Die Unterdrückung und Unzufriedenheit der schiitischen Bevölkerung des Landes kann die politische Lage in Bahrain und die der gesamten Golfregion destabilisieren und auch die regionalen Großmächte, Iran und Saudi-Arabien könnten sich in den Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten einmischen und Partei für eine Religionsgruppe ergreifen. Im Iran leben mehrheitlich Schiiten und in Saudi-Arabien Sunniten. Um diesen Konflikten vorzubeugen, sollten sich die USA und EU für eine demokratische Öffnung des kleinen Emirates einzusetzen.

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