Fastnacht–Póstnicy Multikultureller Karneval seit Jahrhunderten in Deutschland

Fastnachtsumzug(Foto:Christoph Neumann)

Fastnachtsumzug(Foto:Christoph Neumann)

In Deutschland tickt die Uhr in einigen Gegenden etwas anders. Während einige rätseln ob der Frühling kommt, ist für andere klar: Es ist weder Winter noch Frühling. Es ist Karneval. Von November bis Anfang März erstreckt sich in diesem Jahr die fünfte Jahreszeit. Höhepunkt des närrischen Treibens ist die Fastnachtswoche. Wobei Weiberfastnacht und die Rosenmontagsumzüge hunderttausende Jecken auf die Straßen der Karnevalshochburgen Köln und Mainz ziehen.

Aber nicht nur im Rhein-Main Gebiet herrscht reges Treiben auf den Straßen. In der Nieder- und Oberlausitz wird seit Januar Fastnacht gefeiert. Hier wurde die letzten Wochen gezampert. Der Brauch des Zamperns, auf sorbisch „Camprowanje“, ist Teil der sorbischen Kultur. Die Sorben sind das kleinste slawische Volk und eine anerkannte nationale Minderheit mit eigener Sprache und Traditionen.Viele slawische Bräuche sind heidnischen Ursprungs, meistens aber an den christlichen Hauptfesten, wie zum Beispiel Ostern orientiert. In der Fastnachtswoche der Sorben sollte vor allem der Winter mit Lärm, Masken und Tanz vertrieben werden. Man verkleidete sich symbolträchtig zur „Póstnicy“ (auf deutsch Fastnacht) als Tier. Der Bär stand dabei für den abziehenden Winter und der Storch für den Frühling Durch die Berührung der Erwachsenen und Kinder mit der „Lebensrute“, in Form von Weiden- oder Birkenäste, sollten symbolisch die im Frühjahr neusteigenden Lebenskräfte geweckt werden.
Heute wird von Januar bis Anfang März ebenfalls in Kostümen mit einer Kapelle von Haus zu Haus gezogen. Und für eine kleine Gabe gibt es ein Ständchen, Schnaps oder einen Tanz. Als Spende werden Speck, Eier und Geld bevorzugt. Das Umherziehen von Haus zu Haus wird als „Camprowanje“ bezeichnet. Am letzten Sonntag der Fastnachtswoche ist der Festumzug- „Zapustowy pśĕśeg“.
Hierzu treffen sich -in traditioneller Tracht-unverheiratete Mädchen und Jungen. Die Paare besuchen besonders verdiente Dorfbewohner, bringen ihnen ein Ständchen und einen Blumenstrauß. Am Abend wird dann fleißig getanzt damit der Flachs gut gedeiht.

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