Atomkraft schadet – vom Abbau bis zur Lagerung.

Am vergangenen Wochenende gab es bundesweite Demonstrationen für einen raschen Ausstieg aus der Atomenergie. An diesen Protesten beteiligten sich Hunderttausende, darunter auch einige Aktivisten der GfbV. Diese machten auf die globalen Gefahren vom Uranabbau bis hin zur Endlagerung aufmerksam. Daß davon im Ausland zumeist indigene Völker betroffen sind, findet in der öffentlichen Wahrnehmung allzu wenig Beachtung. So nutzten wir in Hamburg die Gelegenheit und verteilten Postkarten für eine Protestaktion. Die Postkarten, deren Rückseitentext die zahlreichen Probleme des Uranabbaus beschreibt, sind an Bundesumweltminister Norbert Röttgen gerichtet und fordern ihn auf, sich für zuminest bessere Arbeitsbedingungen der Indigenen zu engagieren. Damit ging auch der Aufruf einher, seinen politischen Einfluß geltend zu machen, daß „nirgendwo [auf der Welt] gegen den Willen der jeweils ansässigen Ureinwohner Uran abgebaut werden kann“.

Zudem verteilten wir einen Spendenaufruf für die Timbisha-Shoshone in South Dakota auf deren Gebiet das einzige atomare Endlager der USA gebaut werden soll. Da die Hamburger Regionalgruppe der GfbV schon über Jahrzehnte Kontakt zu den Western-Shoshone pflegt, wurde dieser Spendenaufruf von uns initiiert und liegt uns ganz besonders am Herzen. Während und nach der Verteilaktion schlossen sich viele freundliche und zustimmende Gespräche an. Allerorten war die Freude zu spüren, daß das Thema Atomkraft so viele Menschen zu mobilisieren vermochte. Auch auf der zeitgleich stattfindenden Demo in München wurden die erwähnten Postkarten und der Spendenaufruf verteilt.

Doch auch jene die woanders oder gar nicht auf den Demonstrationen waren, sollen auf die vor- und nachgelagerten Probleme der Atomkraft hingewiesen werden. So sei an dieser Stelle erneut auf die Problematik und die daraus resultierenden Informationen und Aktionen der Gesellschaft für bedrohte Völker hingewiesen. Wir hoffen auf weitere Nachrichten an Herrn Dr. Röttgen und auf weitere Spenden für die betroffenen Indianer im sogenannten „Death Valley“.

GfbV-Kampagne gegen Uranabbau: Verseuchtes Land – verstrahltes Land

Direkt nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden die einzigen, heimischen Uranabbaugebiete im Erzgebirge stillgelegt und aufwendig gesichert – zu groß schienen die Risiken. Seither importieren wir das zur atomaren Energiegewinnung notwendige Uran aus dem Ausland. Die weltweiten Abbaugebiete für Uran befinden sich zu 70 Prozent auf dem Land und im Lebensraum indigener Völker. Mit der Zunahme atomarer Energiegewinnung, steigt auch die Gefährdung und Verschmutzung dieser bisher unberührten Landschaften. Das natürliche Trinkwasser in den betroffenen Regionen wird durch Radioaktivität unnutzbar, Krankheiten und Mißgeburten nehmen zu, ganze Landstriche werden unbewohnbar. Dabei ist die radioaktive Gefahr das weitaus geringere Problem. Insbesondere verursacht der durch Schwermetalle und chemische Zusätze verunreinigte Abraum, eine lang anhaltende Verschmutzung der Umwelt und schadet die von deren Reinheit abhängigen Ureinwohner. Deshalb fordern wir dazu auf den vielen Betroffenen, den Aborigines, Adivasi, Tuareg, Lakota-Indianer, Cree-Indianer, Western-Shoshone, Inuit, Yanonami und allen weiteren eine Stimme zu geben. Fordern Sie den Bundesumweltminister Norbert Röttgen dazu auf, den Atomausstieg zu beschleunigen und hiesige Sicherheitsstandards auch im Ausland einzufordern. Schreiben Sie an:

Herrn Minister

Dr. Norbert Röttgen

Bundesministerium für Umwelt,

Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

11055 Berlin

(Fax: 030/18305-4375)

Hier gibt es weitere Informationen zur Problematik des Uranabbaus

Endlagerung: Erdbebengebiete bieten keine Sicherheit

Weltweit ist man bisher erfolglos auf der Suche nach der Möglichkeit einer langfristigen und zugleich umweltverträglichen Lagerung radioaktiver Abfallprodukte. Die Proteste in einem so bevölkerungsreichen Land wie Deutschland ziehen Tausende an. Anders verhält es sich im Ausland, insbesondere in Flächenländern wie Rußland, Australien oder den USA. Dort sind die betroffenen Menschen auf sich alleine gestellt.

Yucca Mountain – einziges Atommüllendlager der USA auf dem Land der Shoshone-Land
Für die vereinigten Staaten ein einziges Endlager geplant. Dieses befindet sich im Yucca Mountain, dem heiligen Berg der Shoshone-Indianer. Seit Jahren führen die Shoshone deshalb einen Rechtsstreit mit den Behörden und der US-amerikanischen Atomindustrie. David gegen Goliath – ein ungleicher und scheinbar hoffnungsloser Kampf. Das geplante Endlager, das sich seit 25 Jahren im Bau befindet und den gesamten zur Zeit anfallenden Atommüll der USA aufnehmen soll, ist nach Planung der US-Energiebehörde „Department of Energie“ (DOE) 2017 soweit fertiggestellt, daß die Einlagerung des Atommülls beginnen kann. Dabei liegt der Berg im Erdbebengebiet und spätestens nach den Ereignissen in Japan sollte klar sein, was dies für eine langfristige Lagerung des Atommülls bedeuten kann. Der Standort gilt nicht erst seit Fukushima als unsicher und so strich Präsident Obama 2008 einen Großteil der staatlichen Zuwendungen. Dennoch läuft das Genehmigungsverfahren weiter. Die beteiligten Unternehmen möchten an dem Endlager festgehalten. Die Indianer verfügen im Vergleich zur Industrie über nur sehr geringe finanziellen Mittel. Deshalb bitten die Timbisha-Shoshone um finanzielle Unterstützung zur Aufrechterhaltung minimaler Strukturen (Bürokosten), um ihren Protest organisieren zu können.

Die konkrete Bitte besteht darin, dass wir bis Ende Mai 2011 insgesamt 1.450,- Euro Spendengelder an die Timbisha schicken. (Kostenaufstellung siehe hier).

Helfen Sie daher mit! Spenden Sie auf folgendes Konto:

Förderverein für bedrohte Völker e.V.

Konto 7400 201

Postbank Hamburg

BLZ 200 100 20

Stichwort „Timbisha Shoshone 2011″

Das Spendenprojekt wurde initiiert von Regionalgruppe Hamburg. Die Regionalgruppe steht in engen Kontakt mit Ian Zabarte und den Timbisha-Shoshone. Um das Geld für die Organisation der weiteren Proteste zusammenzubekommen wurde das Projekt zudem auf dem Spendenportal „betterplace“ eingestellt. Zur Projektseite und zum Spendenportal geht es hier. An gleicher Stelle werden zukünftig auch weitere Informationen eingestellt.

Bitte helft mit, die rund 1.450 Euro für die Timbisha-Shoshone zusammenzubekommen. Spendet, verbreitet unseren Spendenaufruf an Freunde und Bekannte! Wir und die Timbisha-Shoshone sind dankbar für jede Unterstützung!

Weitergehende Informationen zur Endlagerung in Yucca Mountain und den betroffenen Timbisha-Shoshone finden sich hier.

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2 Gedanken zu “Atomkraft schadet – vom Abbau bis zur Lagerung.

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