Gilgel Gibe III: Wachsender Widerstand gegen Mega-Staudamm in Äthiopien


Der Gibe III -Staudamm in Äthiopien sorgt für heftige Diskussionen. Der äthiopische Staat entscheidet im Namen des Fortschritts über die Köpfe seiner indigenen Bevölkerung hinweg. Die katastrophalen Auswirkungen dieser Politik werden am Beispiel des geplanten Staudamms am Omo-Fluss klar.

„Bisher überschwemmt der Omo zwei Monate lang die Felder mit fruchtbarem Schlamm. In Zukunft soll es nur noch eine zehntägige Flut geben, um die Felder zu bewässern“, erklärt Lindsay Duffield von Survival International. Es scheint klar, dass dies kein Ersatz für den natürlichen Zyklus sein kann – breite Landflächen werden austrocknen und die fehlenden Nährstoffe machen den Anbau von Mais und Hirse unmöglich. Außerdem verringert der Staudamm den Zufluss in den Turkana See, dessen Wasserspiegel bereits wegen den immer häufiger werdenden Dürren gesunken ist. Rund 300.000 Menschen leben vom Turkana-See und eine weitere Ausdörrung hätte fatale Folgen. Dabei wissen viele Betroffene nicht was ihnen bevorsteht, denn die Regierung lässt sie im Unklaren. Die bevorstehende Nahrungsmittelknappheit und die damit verbundenen Konflikte um Ressourcen werden von der Regierung wissentlich ignoriert. Überdies wird der produzierte Strom nach Addis Abeba und ins Ausland fließen, aber nicht in die Dörfer am Omo – die dort lebenden Stämme werden leer ausgehen und künftig zu Bettlern degradiert.

Die Weltbank weigerte sich das Projekt zu finanzieren, während die Europäische Investitionsbank sich 2010 aus dem umstrittenen Projekt zurückgezogen hat. Letztere begründete jedoch den Rückzug damit, dass die äthiopische Regierung andere Finanzierungsmittel gefunden hat. Tatsächlich sind es mittlerweile überwiegend chinesische Investoren, die italienische Firma Salini Construttori, die African Development Bank <a und die äthiopische Regierung, die sich an dem Projekt beteiligen und den Bau des Dammes vorantreiben. Ein Baustopp liegt folglich noch in weiter Ferne.

Angesichts dieser Tatsachen rufen sowohl inländische als auch ausländische Organisationen zum Protest auf. Kampagnen gegen diesen Mega-Damm wurden ins Leben gerufen. Es bleibt abzuwarten, ob die Forderungen von den Verantwortlichen gehört werden.

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