Palmölplantagen verdrängen Regenwälder in Indonesien

Palmöl ist heutzutage ein wichtiger Bestandteil in Lebensmitteln, Kosmetika oder Agrartreibstoffen. Mehr als 2000 Blockheizkraftwerke in Deutschland erzeugen bereits Strom und Wärme aus Palmöl. Während in weiten Teilen Indonesiens wie Kalimantan oder Sumatra das Landschaftsbild bereits von riesigen Palmölplantagen dominiert wird, boomt nun auch in Papua das Palmölgeschäft.

Das feuchte und tropisch-heiße Klima Indonesiens eignet sich besonders gut für den Anbau von Ölpalmen. Diese stammen ursprünglich aus Afrika, heute sind jedoch Indonesien und Malaysia mit ca. 85% Anteil des weltweiten Palmölmarktes Hauptanbaugebiet. Durch die große Ertragsmenge und den billigen Preis ist Palmöl das beliebteste unter den pflanzlichen Ölen. Im Vergleich zu Raps liefern die Ölpalmen viermal mehr Öl pro Hektar.

Allerdings hat der Anbau von Palmöl erhebliche negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Durch das Anlegen riesiger Plantagen wird oft intakter Regenwald gerodet, um Platz für die Ölpalmen zu machen. Brandrodung ist hierbei die beliebteste Methode, da sie am kostengünstigsten ist. Die indonesische NGO Down to Earth kritisiert, dass allein in den Jahren 1997/98 in Indonesien 4 Mio. Hektar agrarwirtschaftliches Land, über 3 Mio. Hektar Tieflandwald und 1,5 Mio. Hektar Moor- und Sumpfwald abgebrannt wurden. Eine drastische Folge stellt die immense Menge von Kohlendioxid dar, die durch die Vernichtung des Waldes als Kohlenstoffspeicher frei werden. 15-30% der weltweiten Treibhausgase stammen aus Entwaldung und Waldbränden.

Neben weiteren Umweltschäden wie Überschwemmungen, Erdrutschen oder Störungen des Wasserhaushalts deutet die NGO Watch Indonesia auf gravierende soziale Folgen hin, die durch den Anbau von Palmölplantagen entstehen. Zum einen verlieren indigene Völker, denen der Regenwald als Lebensgrundlage dient, durch dessen Abholzung den Zugang zu Ressourcen und somit ihre Ernährungssicherheit. Zum anderen werden durch die riesigen Plantagen etliche Arbeiter benötigt, die aus anderen Landesteilen in die Region ziehen. Die Einheimischen werden so zu einer Minorität im eigenen Land.

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