Filmtipp: „Wir werden frei sein“ – „First Nations“ in Kanada

Wir werden frei sein, Copyright Max Fabian Meis

Wir werden frei sein

Das Berliner Büro der Gesellschaft für bedrohte Völker möchte auf den Dokumentarfilm Wir werden frei sein hinweisen, der im Juli 2011 u.a. in Berlin, Leipzig und Münster gezeigt wird.

Am Beispiel der „Ersten Nationen“ in der kanadischen Großstadt Winnipeg erkundet der Film, was von den indigenen Völkern Nordamerikas geblieben ist.

Einst waren sie stolze Völker im Norden des amerikanischen Kontinents. Sie teilten miteinander und führten Kriege gegeneinander – niemals jedoch mit dem Ziel einander zu vernichten. Immer lebten sie im Einklang mit ihrem größten Heiligtum – ihrer „Mutter Erde“. Erst als im Jahr 1492 ein portugiesischer Seefahrer und Entdecker in der Karibik anlegte, sollte diese Lebensweise in Frage gestellt werden. Ein langsamer aber konstanter Genozid an den indigenen Völkern Amerikas sollte einsetzen und bis in die heutige Zeit andauern. Und auch „Mutter Erde“ begann unter stetigem Raubbau und Ausbeutung zu leiden.

Am Beispiel der „Ersten Nationen“ in der kanadischen Großstadt Winnipeg begibt sich diese Dokumentation auf die Suche nach dem, was von den einst so stolzen und mächtigen Völkern übrig geblieben ist. Gibt es sie noch? Und was blieb von ihrer traditionellen Lebensweise? Aus ihrer eigenen Sicht reflektieren die Menschen über den Schock namens „Zivilisation“. Diese Maschine, welche ohne Skrupel über alles, was den indigenen Völkern heilig war, hinweg walzte, hinterließ eine Spur der Zerstörung.

Heute dreht sich das Leben der meisten darum, das erlittene Trauma zu bewältigen, die Scherben aufzulesen und neu zusammenzusetzen. Alkoholismus, Gewalt und Armut sind die bestimmenden Faktoren im Leben vieler – Spuren eines Vernichtungskriegs gegen die spirituelle Lebensweise dieser Menschen. Umso beeindruckender ist, dass das Wissen um die traditionelle Lebensweise die Jahrhunderte überdauert hat. Oft unter Einsatz ihres Lebens haben die Großeltern- und Elterngenerationen die Geschichten und Zeremonien des Volkes bewahrt. Und auch der Kampf um Freiheit und Selbst-Bestimmung scheint eine Wende genommen zu haben. Nun ist es an der Zeit die heranwachsende Generation wieder zu stolzen und selbstbewussten Menschen zu erziehen – Menschen, die ihre Herkunft kennen und sie mit Stolz tragen.

Kanada/Deutschland 2011 • Regie: Max Fabian Meis • Kamera: Ferdinand Carrière • Musik: John Trudell, Winnipeg’s Most • Mit Larry Morrissette u.a. • ab 6 J. • engl.OmU • 60‘

Tourdaten

14. Juli 2011, 18 Uhr
Vorlesung: Larry Morrissette über Kolonialisierung aus indigener Perspektive
Westfälische Wilhelms Universität Münster
Englisches Seminar (ES131 (H19), Johannisstr. 12-20, 48143 Münster

15.Juli 2011, 19 Uhr Cinema & Kurbelkiste Münster
16.Juli 2011, 19 Uhr Cinema & Kurbelkiste Münster
http://www.cinema-muenster.de

19. Juli 2011, 20 Uhr Kino ‚Lichtwerk‘ Bielefeld
20. Juli 2011, 20 Uhr Kino ‚Lichtwerk‘ Bielefeld
http://www.lichtwerkkino.de

22. Juli 2011, 20 Uhr ‚Cinémathèque naTo‘ Leipzig
http://www.cinematheque-leipzig.de

23. Juli 2011, 20 Uhr Kino ‚Moviemento‘ Berlin
http://www.moviemento.de
24. Juli 2011, 16 Uhr Filmrauschpalast Berlin
http://www.filmrausch.de

Diskussion mit Regisseur Max Fabian Meis und Larry Morrissette im Anschluss an die Filmvorführungen.

Max Fabian Meis wurde 1986 in Münster geboren. Er machte in Südafrika 2004 ein FJS in Hermanus/Westerncape und arbeitete dann als „Load Control Agent” in Cape Town. Nach seinem Germanistik- und Geschichtsstudium an der Uni Münster ist er nun neben seinem Studium Mitarbeiter im Archiv des WDR Studio Münster. Mit „The Dorp – 40 Days of Our Lives“, welcher im Rahmen der CINEMA-Filmreihe „Afrikanische Filmtage“ lief, konnte er bereits das Münsteraner Publikum überzeugen.

Larry Morrissette arbeitet seit über 30 Jahren mit sozial benachteiligten, jungen Menschen indigener Herkunft. Er initiierte unter anderem die erste indigene Schule im Jahr 1976, war Gründungsmitglied des Ma Mawi Chi Itata Zentrums (Unterstützung für indigene Familien) in Winnipeg oder initiierte das Resozialisierungs- und integrationsprogramm „Ogijita Pimatiswin Kinamatwin“ (OPK) für straffällige Jugendliche. Neben seinen sozialen Tätigkeiten ist Larry Morrissette, der selbst der Volksgruppe der Cree angehört, auch Dozent für indigene Geschichte und anerkannter Sonnentänzer und Pfeifenträger.

Weitere Informationen über die Menschenrechtssituation indigener Völker finden Sie auf der Homepage der Gesellschaft für bedrohte Völker

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