Mapuche/Chile: Viele Verletzte bei gewaltsamem Vorgehen der chilenischen Polizei gegen Mapuche

Die chilenische Polizei hat in der vergangenen Woche (25./26.07.11) auf Mapuche, vor allem Kinder und Jugendliche, in der Mapuche-Gemeinschaft Ignacio Queipul Millana/Temucuicui geschossen. Eines der Opfer soll sich mit schweren Verletzungen im Krankenhaus befinden. Viele der Verwundeten haben sich mit Naturheilmitteln selbst um ihre Verletzungen gekümmert aus Angst, im Krankenhaus vom chilenischen Staat verhaftet zu werden. Unterdessen verdrehen die chilenischen Medien die Vorkommnisse um die brutale Unterdrückung der Mapuche zu rechtfertigen.

In der vergangenen Woche hat die chilenische Polizei mehrere Tage lang auf die Mapuche-Gemeinschaft Ignacio Queipul Millana/Temucuicui in der Nähe der Stadt Temuco im Süden Chiles geschossen und dabei vor allem Mapuche Kinder und Jugendliche verletzt. Unter dem Vorwand, zwei Personen zu suchen, die einen Carabinero verletzt hätten, soll ein Polizeikommando schiessend in die Gemeinde eingedrungen sein und gewaltsame Hausdurchsuchungen vorgenommen haben. Laut des Kommuniqués der Mapuche-Gemeinschaft von Dienstag, 26. Juli, soll die Militäraktion mehrere Tage lang gedauert haben. Fünf Personen, darunter ein Kind, hätten dabei Schusswunden erlitten. Eines der Opfer soll schwerverletzt im Krankenhaus liegen. Es ist leider schwierig an genauere Informationen zu gelangen, da es für Mapuche AktivistenInnen immer komplizierter wird miteinander zu telefonieren. Ein Großteil der Telefonate unterbricht sich „auf rätselhafte Weise“ von allein.

Um vor allem Mapuche-Kinder und Jugendliche zu erschrecken und zu terrorisieren werden psychologische Taktiken angewendet. So kreiste ein Polizeihubschrauber nur 30 Meter über dem Haus eines Mapuche-Repräsentanten. Auch wurden in Temucuicui Häuser der Gemeinschaft von Polizeirazzien eingeebnet.

Zur gleichen Zeit (28.07.11) wurde eine Reihe von Strafanträgen ausgestellt mit dem Ziel die Mapuche-Gemeinschaft Queipul Millanao de Temucuicui und ihre RepräsentantenInnen verschiedener Vergehen zu beschuldigen, obwohl keine Beweise vorliegen. Die Mapuche leben seit Generationen auf dem Territorium und die Strafanträge seitens der chilenischen Behörden stellen einen weiteren Versuch dar sie zu kriminalisieren und zu vertreiben.

Die chilenischen Behörden scheinen trotz der vielen schönen Worte und der angeblichen Zugeständnisse seitens der Regierung kein wirkliches Interesse zu haben im Respekt der Menschenrechte zu handeln – wie es eigentlich für jeden Staat, der sich demokratisch nennen will, selbstverständlich sein sollte.

Protestaktion von Mapuche-Frauen in Santiago de Chile
Im Zuge der staatlichen Repressionen gegen die Mitglieder der Mapuche-Gemeinde Temucuicui und der gewaltsamen Polizeiaktion vergangene Woche (25.07.11) protestierten am Freitag, dem 29. Juli 2011, zwei Mapuche Frauen am Präsidentenpalast in der Hauptstadt Santiago de Chile. Sie kletterten an der Außenwand entlang in den zweiten Stock des chilenischen Regierungsgebäudes La Moneda und hielten dort ein Banner mit der Aufschrift „No más represión Temucuicui“ – keine weiteren Repressionen gegen Temucuicui. Die beiden Frauen wurden nach dieser Aktion sofort festgenommen.

1. August 2011 – M. Jarzombski

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