Wangari Maathai: Afrika, mein Leben – Erinnerungen einer Unbeugsamen


Im Kölner DuMont-Verlag erschien kürzlich die Autobiographie einer Grünen-Politikerin. Aber weder von Renate Künast oder Claudia Roth. Sondern von einer Friedensnobelpreisträgerin aus Afrika: Wangari Maathai. Sie ist nicht nur Kämpferin für die Demokratisierung Kenias oder für Frauenrechte. Sie ist vor allelm geehrt und ausgezeichnet worden für ihr Umweltengagement: dem Green Belt Movement.

Der in diesem Blog bereits besprochene Ousmane Sy formulierte seine Idee von Afrikas Zukunft: der Dezentralisierung. Maathai ist die feminie und ökologische Vertreterin dieser Idee. Auch sie ist fasziniert von der Idee des Panafrikanismus. In ihrer Autobiographie schildert sie aber nicht nur bildhaft die außergewöhnliche Geschichte ihres Lebens, sondern auch, wie sie die Zukunft Afrikas sieht. In ihrer hingebungsvollen Art erzählt sie, wie sie die vielen Rückschläge, Anfeidungen und Verhaftungen verkraftet hat. Faszinierend, wie diese charismatische Kämpferin allen Widerständen trotzt und Lebensfreude und Hoffnung ausstrahlt.

In den Anfangskapiteln schildert sie anhand ihrer Familiengeschichte die gesellschaftliche Entwicklung Kenias von der vorkolonialen Zeit bis hin zur Unabhängigkeit Kenias von britischer Herrschaft (die ökologische massive Auswirkungen hatte, da viele neue Baumarten eingeführt wurden und Plantagen auf Kosten der heimischen Flora und Fauna anlegte und zusätzlich mit indischen Einwanderern eine neue Bevölkerungsgruppe in den Vielvölkerstaat Kenias einführte). Faszinierend auch ihr akademischer Werdegang, der sie in die USA und nach Deutschland führte – auch hier interessante Einblicke besonders in die Zeit der Kennedys. Sie erzählt aber auch, wie sie – eher unfreiwillig – erste Schritte in die Politik unternahm (an der Seite ihres Ehemannes, der sie dann wegen „Ungehorsams“ verließ). Besonders bemerkenswert sind ihre Ausführungen zu ihren weiteren, dann selbstständigen Erfahrungen. Zum Beispiel, wie sie mit ihrem ökologischen und feministischen Arbeit zwangsläufig mit dem kenianischen Regime Arap Mois aneinandergeraten musste. Und am Beispiel ihrer norwegischen Helfer zeigen kann, wie eine wertebasierte Entwicklungspolitik durchaus stärker im „westlichen“ Interesse sein kann als die einseitige Unterstützung korrupter autoritärer Einparteien-Herrschaften.

»Afrika, mein Leben« erzählt bildhaft und anekdotenreich die Lebensgeschichte einer charismatischen Frau, die Hoffnung in die Welt trägt.Das für mich besondere an diesem Band ist: sie erzählt eben nicht nur von ihrem Kampf für „ihre“ Bäume, sondern auch vom alltäglichen Rassismus, dem Ethnizismus und dem Seximus. All diese Faktoren bestimmen nicht nur das politische Leben Afrikas, sondern haben einen großen Einfluss auf das alltägliche Leben jedes Einzelnden. Wer sich dafür interessiert, wie eine mutige, lebensbejahende Frau wie Wangari Maathai all diesen Herausforderungen begegnet und dabei eine Tatkraft und Kreativität zeigt, dem sei ihre Autobiographie „Afrika, mein Leben – Erinnerungen einer Unbeugsamen“ empfohlen.

Der Band der Friedensnobelpreisträgerin erschien bei Dumont und kostet 19,90. Schön zu lesen. Ideal als Geschenk. Hier übrigens geht es zu ihrer großartigen Initiative – dem Green Belt Movement.

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