Protest in Berlin gegen Staudammprojekt Belo Monte im Amazonasgebiet Brasiliens

Aufruf zum Weltweiten Aktionstag
Mahnwachen in Berlin

22.August 2011

* am Montag, den 22. August 2011, Mahnwache in Berlin am Pariser Platz von 10.30 Uhr bis 13.00 Uhr

* anschließend Mahnwache vor der Botschaft Brasiliens in Berlin, Wallstraße 57 mit Übergabe einer Protestnote von 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr.

Menschenrechtsorganisationen und Umweltgruppen werden in vielen Ländern der Welt am kommenden Montag (22.08.) gegen die Errichtung des Kraftwerks Belo Monte mit einem gigantischen Staudamm im brasilianischen Amazonasgebiet protestieren. In Deutschland organisieren die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Rettet den Regenwald und Survival International eine Mahnwache am Brandenburger Tor in Berlin gegen das zerstörerische Projekt. Dem Botschafter Brasiliens soll anschließend eine Protestnote überreicht werden. Zu dem weltweiten Aktionstag haben das brasilianische Aktionsbündnis Movimento Xingu Vivo para Sempre (Xingu Vivo – ewig leben!) und die Organisationen International Rivers/Amazon Watch aufgerufen.

„Belo Monte wäre ein Türöffner für die weitere industrielle Erschließung des Amazonasgebietes und damit nicht nur der Beginn einer Tragödie für die Menschen, die dort leben, sondern auch eine zusätzliche Gefährdung des Weltklimas“, sagen die Organisatoren in Deutschland. „Am Rio Xingu, an dem das Kraftwerk errichtet werden soll, entscheidet sich das Schicksal der „grünen Lunge“ der Erde.“ Das Projekt, für das bis zu 40.000 Menschen umgesiedelt werden müssten, hätte weit reichende Folgen auf die indigenen Gemeinschaften vor Ort. Auch das Überleben einer Gruppe Indigener in freiwilliger Isolation steht auf dem Spiel. Bauarbeiter und Siedler würden Krankheiten einschleppen. Durch den veränderten Wasserstand des Flusses verlören Fischer und Kleinbauern ihre Existenz. Die Proteste richten sich auch gegen die Änderung des Waldgesetzes, das u.a. eine Amnestie für illegale Rodungen vorsieht.

Die brasilianische Regierung hat zahlreiche Auflagen für die Errichtung von Belo Monte in den Bereichen Umweltschutz und Menschenrechte nicht eingehalten, darunter Auflagen der Menschenrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten. In Deutschland verdienen Turbinenbauer Voith Hydro und der Mercedes-Benz-Konzern, der einen Großauftrag für Baufahrzeuge erhalten hat, an der Zerstörung eines der letzten Naturparadiese mit.

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